Pubbles: Bertelsmann und Weltbild melden Joint Venture an

Dienstag, 06. Dezember 2011
Laut EU-Amtsblatt haben die Beteiligten den geplanten Zusammenschluss am 15. November angemeldet
Laut EU-Amtsblatt haben die Beteiligten den geplanten Zusammenschluss am 15. November angemeldet


Jetzt ist es offiziell, sogar auf Amtswegen: Europas größter Medienkonzern Bertelsmann und die Buchhandelsgruppe Weltbild haben ihr geplantes Joint Venture beim Onlinekiosk Pubbles bei der Europäischen Kommission (Abteilung Wettbewerb/Fusionskontrolle) in Brüssel angemeldet. Dies ist im „Amtsblatt der Europäischen Union" online nachzulesen.
HORIZONT.NET hatte bereits Ende August über die Pläne berichtet. Danach will Bertelsmann offenbar 50 Prozent seines Onlinekiosks an Weltbild verkaufen. Konkret: Beim Gütersloher Konzern selbst sowie bei seiner Zeitschriftensparte Gruner + Jahr über deren Tochter Deutscher Pressevertrieb (DPV) sollen jeweils 25 Prozent der Pubbles-Anteile verbleiben; bisher halten Bertelsmann und DPV jeweils die Hälfte. Bei Weltbild in Augsburg, bei DPV in Hamburg sowie bei Bertelsmann in Gütersloh will man diese Detailinformationen bislang nicht kommentieren. Eine DPV-Sprecherin bestätigt allerdings die Anmeldung.

Laut Amtsblatt wurde der Zusammenschluss am 15. November bei der EU-Kommission angemeldet. Formaljuristisch beteiligt sind auf der einen Seite die DBH Buch Handels GmbH & Co. KG (wird von der Verlagsgruppe Weltbild GmbH und der Heinrich Hugendubel Beteiligungs GmbH & Co. KG kontrolliert) und auf der Bertelsmann-Seite die Holding Reinhard Mohn GmbH sowie der DPV. Die Parteien „erwerben im Sinne ... der Fusionskontrollverordnung die gemeinsame Kontrolle über die Pubbles GmbH & Co. KG durch Erwerb von Anteilen" - so heißt das im schönsten Amtsdeutsch. Die EU-Kommission habe „nach vorläufiger Prüfung festgestellt, dass das angemeldete Rechtsgeschäft unter die Fusionskontrollverordnung fallen könnte", heißt es weiter.

Bei dem Deal könnte es jedoch eine weitere Unsicherheit geben: Die katholische Kirche, der die Weltbild-Gruppe gehört, will den Verlag bekanntlich verkaufen, weil das Sortiment auch esoterische und erotische Titel umfasst - und diese sind den Bischöfen mittlerweile zu schlüpfrig. Ob das den Pubbles-Deal am Ende tangiert, ist unklar. Sehr wahrscheinlich ist das indes nicht: Erstens ist DBH Bertelsmanns Vertragspartner, zweitens gibt es offenbar klare Vorverträge, und drittens dürfte der Verkauf der Weltbild-Gruppe kaum kurzfristig erfolgen. rp

Meist gelesen
stats