Projekt Unity: Gruner + Jahrs Digital-Offensive erhält Dämpfer

Montag, 15. April 2013
Gruner + jahr will verstärkt in Digital investieren
Gruner + jahr will verstärkt in Digital investieren


Gruner + Jahrs Bemühungen, das Verlagshaus zu einem digital führenden Medienunternehmen auszubauen, haben offenbar einen herben Dämpfer erhalten: Wie Kai-Hinrich Renner ("Hamburger Abendblatt") in seiner Medienkolumne berichtet, ist die Einführung einer gemeinsamen Plattform für alle Online-Angebote gescheitert.
Es habe sich gezeigt, dass Unity nicht für alle Angebote skalierbar gewesen sei, heißt es demnach in Verlagskreisen. Die in diesem Zuge erfolgte Einführung des Content-Management-Systems First Spirit bei Gala.de habe gar zu einem Desaster geführt, schreibt Renner unter Berufung auf Redakteure. Seit etwa drei Jahren habe G+J an dem Projekt mit dem Namen Unity gearbeitet, das bislang einen siebenstelligen Betrag verschlungen haben soll, berichtet Renner.

Der Verlag habe das Scheitern von Unity mittlerweile eingeräumt: Einer Verlagssprecherin zufolge werde das Projekt "in der bestehenden Form" nicht fortgeführt und stattdessen "am Einsatz eines neuen, leistungsfähigen CMS-Systems sowie einer cross-platform Content Publishing Lösung" gearbeitet. Wie die konkret aussehen soll, steht Renner zufolge aber offenbar noch nicht fest.

Sicher ist hingegen, dass Digitalchef Felix Menden G+J verlässt. Dies stehe jedoch nicht im Zusammenhang mit dem Scheitern von Unity, betont der Verlag. Menden habe seinen Vertrag mit G+J gekündigt, "weil er zu einem anderen namhaften Unternehmen wechselt." ire
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