Programmkontext entscheidet über Akzeptanz von Produktplatzierungen

Mittwoch, 25. März 2009
Die Medienanstalt HSH hat die Studie herausgegeben
Die Medienanstalt HSH hat die Studie herausgegeben

Viele Zuschauer akzeptieren Product Placements, solange sie in Unterhaltungsformaten stattfinden. In Informations- und Kindersendungen werden sie dagegen mehrheitlich abgelehnt. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative Studie "Trennung von Werbung und Programm im Fernsehen Zuschauerwahrnehmung und Regulierungsoptionen", die die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein federführend herausgegeben hat. Für die Studie hat die Medienanstalt rund 1000 Telefoninterviews sowie ein Experiment mit 80 Probanden durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass der überwiegende Teil der Zuschauer deutliche Produktplatzierungen erkennt. Je nach Beispiel und Alter der Befragten findet etwa jeder Zweite (48,4 Prozent) klassische Produktplatzierungen "in Ordnung", solange sie in fiktionalen Unterhaltungssendungen vorkommen. In Informationssendungen finden dies lediglich rund 11 Prozent.

Produktplatzierungen sind in Deutschland grundsätzlich verboten. Allerdings räumt eine 2007 auf europäischer Ebene verabschiedete Richtlinie den Ländern das Recht ein, Platzierungen unter bestimmten Bedingungen ("Kennzeichnungspflicht") zuzulassen. Bis 2009 muss der Gesetzgeber die Richtlinie ins nationale Recht umsetzen.

Grundsätzlich finden es rund 71 Prozent nicht in Ordnung, wenn Programm und Werbung zunehmend vermischt werden. Etwa genauso viele plädieren dafür, dass Werbeformen stets gekennzeichnet werden sollen. se

Die komplette Studie lesen Sie in Ausgabe 13/2009, die am 26. März erscheint.
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