Programmdirektor Thomas Bellut weist Kritik an ZDFneo zurück

Freitag, 16. Oktober 2009
ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut hat ZDFneo gegen die Kritik der Privatsender verteidigt
ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut hat ZDFneo gegen die Kritik der Privatsender verteidigt
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Thomas Bellut ZDFneo ZDF Dokukanal ARD


ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut hat den neuen digitalen Kanal ZDFneo gegen die Kritik der privaten Programmanbieter verteidigt. Der Sender löst am 1. November den ZDF Dokukanal ab und richtet sich an ein junges Publikum. "Die Polemik des VPRT fußt teils auf Rechenfehlern, zum anderen auf Halbwahrheiten und deren Interpretationen", sagt Bellut: "Diese Reaktionen bestärken uns in der Überzeugung, mit dem Neo-Konzept eine Punktlandung geschafft zu haben: ein Programmangebot für junge Familien und die Alterszielgruppe 25 bis 50."

"Ich entschuldige mich dafür, dass wir es wagen, das jüngere Publikum anzusprechen", sagt Bellut gegenüber dem Medienmagazin DWDL: "Aber im Ernst: Die Kritik überrascht mich, weil sie das Programm noch gar nicht richtig kennen können. Gleichzeitig zeigt sie aber, dass die Konkurrenz ZDFneo ernst nimmt."

Das Programm müsse deutlich machen, warum die Zuschauer dafür Gebühren bezahlen. Man werde aber beweisen, dass das  Programm das Geld wert sei. Man ziele auf das Besondere und wolle ein "intelligentes, weltoffenes, cleveres Programm" machen. "Das wird den Unterschied zu den Privaten sofort deutlich machen", ist sich Bellut sicher.

Das Logo des neuen Digitalsenders
Das Logo des neuen Digitalsenders
Dabei setzt das ZDF auch auf die gerne von den Öffentlich-Rechtlichen kritisierten Dokusoaps. Auch hier soll sich ZDFneo aber deutlich von den Privaten unterscheiden. Bellut: "Wir müssen dort die Gesetze, die für ein öffentlich-rechtliches Programm gelten, auch einhalten. Da darf es keinen Bohlen geben."

Schwerpunkte des Programms sind Reportagen, Dokumentationen und Dokusoaps, aber auch US-Serien, Comedy und Spielfilme sind geplant. Das Budget für den Sender liegt bei 30 Millionen Euro. Der Marktanteil des bisherigen Dokukanals von 0,3 Prozent soll durch die Neupositionierung kurzfristig verdoppelt werden. "In den nächsten fünf bis zehn Jahren soll ZDFneo aber schon die Größe eines mittleren Dritten Programms der ARD haben", kündigt Bellut an. dh
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