Prognos sieht keine Chancen für DVB-T

Donnerstag, 23. August 2001

Prognos in Basel sieht "keine Chancen" für das terrestrische Übertragungsverfahren DVB-T. DVB-T ergebe höchstens als Komplementärtechnologie für UMTS einen Sinn, sagte Klaus Schrape, Bereichsleiter Medien und Kommunikation auf dem Medienforum in Berlin. Die Aufbaukosten seien nicht niedriger als bei der heutigen terrestrischen Versorgung. "Zum zweiten kommt es viel zu spät", die Haushalte seien bereits anderweitig ausgerüstet.

Prognos hat in einer Studie die aktuellen "Positionierungen der wichtigsten breitbandfähigen Multimediaplattformen" analysiert. Es kommt zu dem Schluss, dass weder ADSL, Breitbandkabel, Powerline, UMTS noch Satellit als Universallösung für alle potenziellen Kunden geeignet sind.

Sinnvoll sei vielmehr eine Kombination von verschiedenen Techniken, um ihre Stärken zusammen zu führen, Investitionen zu senken oder die Marktpositionierung zu verbessern. Da der Kunde nicht an den technischen Plattformen als solchen interessiert sei, sondern an Nutzwerten der Dienstangebote, müssten strategisch plattformübergreifende Diensteangebote und Geschäftsmodelle entwickelt werden.

DVB-T hat Prognos gar nicht in der Studie berücksichtigt. Und auch bei UMTS sagt Schrape, es werde "nicht die Erfolgsstory der heutigen mobilen Anbieter schreiben", weil für den Kunden der wirkliche Nutzen nicht zu fassen sei.
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