Produzentenallianz einigt sich mit ZDF / Video-On-Demand-Plattform geplant

Mittwoch, 29. September 2010
Thomas Bellut
Thomas Bellut

Nachdem 2009 bereits die ARD und die Produzentenallianz Eckpunkte für die künftige Zusammenarbeit vereinbart haben, sind sich nun auch das ZDF und die Allianz einig geworden. "Wir haben feste Regeln für eine faire Partnerschaft in der digitalen Zukunft vereinbart", sagt ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut. Zu den Eckpunkten gehören die Fortsetzung und der Ausbau der Erlösbeteiligung der Produzenten bei vom Sender voll finanzierten Auftragsproduktionen. Bereits seit den 70er Jahren beteiligt das ZDF seine Dienstleister an den Erlösen aus der kommerziellen Verwertung der Produktionen. Grundsätzlich hat sich das ZDF nun bereit erklärt, für die Rechteverwertung in Einzelfällen Sonderregelungen zuzustimmen.

Aufatmen dürfte es in der Allianz vor allem über die Neuregelung der Zahlungsbedingungen geben. Die Rechnungen sind für das ZDF nun früher fällig, was für die Produzenten zu einer Verbesserung der Liquidität führen soll. Das gilt auch für Bürgschaftskosten: Der den Produzenten bürgschaftsfrei gestellte Vorauszahlungsrahmen wird verdoppelt.

Bei der kommerziellen Video-on-Demand-Verwertung wollen beide Seiten partnerschaftlich zusammenarbeiten. ZDF und Produzentenallianz prüfen die Rahmenbedingungen für den Aufbau und Betrieb einer gemeinsamen Video-on-Demand-Plattform. 

Der Aufbau eines On-Demand-Portals dürfte jedoch einige Hürden zu bestehen haben. Sollten die hauptsächlich mit Gebührengeldern finanzierten Angebote dort kostenlos zum Download bereit stehen, bekäme die private Konkurrenz, die derzeit versucht Pay-Modelle im Netz zu etablieren, Probleme. Stellt das ZDF den Content dagegen kostenpflichtig ins Netz, würde dies ebenfalls zu Kritik führen: Der Sender könnte auf diesem Weg eine zweite Refinanzierungsquelle neben den ohnehin üppig sprudelnden Gebührengeldern aufmachen. 

Pikant ist das Thema auch angesichts der Pläne von Pro Sieben Sat 1 und der Mediengruppe RTL Deutschland. Diese hatten im August angekündigt, ein gemeinsames Portal zu launchen, das - nicht zuletzt aus kartellrechtlichen Gründen - allen Sendern offen stehen soll. Würde das ZDF einer solchen einheitlichen Plattform nicht beitreten, verlöre sie ein Stück weit an Attraktivität. Ob das Joint Venture genehmigt wird, ist allerdings noch unklar. Die Europäische Wettbewerbsbehörde hat dazu noch nicht entschieden.

Schon jetzt bietet das ZDF einige kosenpflichtige Inhalte über die größte deutsche Onlinevideothek Maxdome an, die zu Pro Sieben Sat 1 gehört. Zudem gibt es die Inhalte auch bei iTunes von Apple. pap
Meist gelesen
stats