Product Placement: Verbände arbeiten an Verhaltenskodex

Donnerstag, 06. Januar 2011
Siemens platziert Elektrogeräte in Deutschlands Meisterkoch
Siemens platziert Elektrogeräte in Deutschlands Meisterkoch

Nicht nur Sender und Produzenten verhandeln über Regelungen zum Thema Product Placement, sondern auch die Verbände. Letztere wollen einen gemeinsamen Verhaltenskodex entwickeln. Diesen hatten die Ministerpräsidenten in einer Protokollerklärung zum 13. Rundfunkänderungsstaatsvertrag gefordert, der seit 1. April 2010 in Kraft ist. Die Einigung auf eine einheitliche Vereinbarung zieht sich jedoch hin.
„Die Länder erwarten von den Rundfunkveranstaltern, dass sie mit den Verbänden der werbetreibenden Wirtschaft und der Produzenten zu Produktplatzierungen einen verbindlichen Verhaltenskodex vereinbaren", heißt es in der Protokollerklärung der Bundesländer zum Staatsvertrag. Diese ist zwar nicht bindend, sie ist aber als Aufforderung an die Beteiligten zu verstehen, sich zu einigen. Andernfalls könnte es doch zu einer gesetzlichen Ausgestaltung kommen.

Claus Grewenig, stellvertretender VPRT-Geschäftsführer
Claus Grewenig, stellvertretender VPRT-Geschäftsführer
Entsprechend verhandelt der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) federführend für die TV-Sender unter anderem mit der Produzentenallianz. Dabei geht es darum, Grundregeln zu finden, mit denen insbesondere die redaktionelle Unabhängigkeit gesichert werden soll. Die kommerziellen Modalitäten für Placements dagegen sollen die Sender beziehungsweise Vermarkter direkt mit den Produzenten regeln. „Es sind noch einige Eckpunkte zu klären, die das Wording des Kodex betreffen. Der VPRT sieht die Vereinbarung insgesamt auf einem guten Weg", sagt Claus Grewenig, stellvertretender Geschäftsführer des VPRT.

Die Gespräche laufen auch auf einer anderen Ebene. So ist der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) eingebunden, unter dessen Dach sich alle Seiten ohnehin wiederfinden. ZAW-Sprecher Volker Nickel geht davon aus, dass es noch ein paar Monate dauern könnte, bis ein Ergebnis vorliegt. „Wir suchen nach einer Basis, die von allen getragen wird, auch von der Politik", sagt er.

Auf dem Product Placement Symposium von HORIZONT in Frankfurt hatten sich im Oktober vor allem Produzenten und Placement-Agenturen, aber auch Werbungtreibende über das Fehlen von einheitlichen Richtlinien beklagt. Das Geschäft sei dadurch gelähmt, so die Teilnehmer. pap
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