Problematische WAZ-Übernahme: Testamentsvollstrecker will Ultimatum stellen

Montag, 16. Januar 2012
Der Verkauf der WAZ-Mediengruppe ist wieder ins Stocken geraten
Der Verkauf der WAZ-Mediengruppe ist wieder ins Stocken geraten


Die Übernahme der WAZ durch Petra Grotkamp ist noch immer nicht unter Dach und Fach. Obwohl Testamentsvollstrecker Peter Heinemann schon im Dezember dem Verkauf zugestimmt hatte, sind nun neue Probleme aufgetaucht. Und die sind nicht gerade klein: Laut "Spiegel" fehlen den Grotkamps noch rund 60 Millionen Euro zur Finanzierung des 500-Millionen-Deals.
Wie das Nachrichtenmagazin berichtet, sei Heinemanns Geduld langsam erschöpft. Er werde ein Ultimatum stellen, sollte der Verkauf nicht bis Ende des Monats zustande kommen. Nach Ablauf dieser Frist wäre der Deal geplatzt. Selbst wenn Ende dieser Woche die Verhandlungen mit den Banken abgeschlossen sind, fehlen den Grotkamps angeblich noch rund 60 Millionen Euro, meldet der "Spiegel" weiter. Als Kreditgeber sind nun sowohl der enterbte, aber einst mit viel Geld abgefundene Gründersohn Martin Brost, als auch Heinemann selbst im Gespräch. Der Testamentsvollstrecker ist offenbar bereit, einen Teil des Kaufpreises - die Rede ist von 30 Millionen Euro - zu übernehmen.

Eigentlich sollten die Verhandlungen um die Machtübernahme im Essener Medienkonzern bereits im Oktober vergangenen Jahres abgeschlossen sein, doch immer wieder traten neue Schwierigkeiten auf. Erst karikierte Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner Petra Grotkamps Angebot an die Brost-Erben von insgesamt 470 Millionen Euro mit einem weitaus höheren Vorschlag, dann forderte Testamentsvollstrecker Heinemann ein neues Gutachten zum Wert des Konzerns. Die Verhandlungen mit den Banken, die Grotkamps im Hintergrund führten, wurden dadurch nicht einfacher, Heinemann gab dennoch Ende des Jahres sein Okay für den Verkauf des Anteils der Brost-Familie an die Tochter Jakob Funkes. kl
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