Probezeit bestanden: Wagner bleibt Seven-One-Chef

Dienstag, 01. Dezember 2009
Thomas Wagner
Thomas Wagner

Thomas Wagner hat die Feuertaufe bestanden. Nachdem der 48-Jährige im Juli kommissarisch den Vorsitz der Geschäfstführung von Seven-One Media übernommen hatte, darf er den Titel ab sofort ohne den Zusatz "vorübergehend" führen.  Wagner hatte die Nachfolge von Klaus-Peter Schulz angetreten, der nach Differenzen mit Pro-Sieben-Sat-1-Konzernchef Thomas Ebeling sowohl seinen Vorstandsposten, als auch den Geschäftsführungsvorsitz der Seven-One abgeben musste.

Wagner ist bereits seit 2004 Finanzchef des Vermarkters und betreut den Bereich Finance & Administration auch weiter. Schon von 2001 bis 2003 war er als Director für die Finanzen von Seven-One zuständig. Seinen Einstand beim TV-Konzern feierte der Bankfachwirt 1998 als Finanzchef von Sat 1.

Der gebürtige, bodenständige Münchner genießt in der Branche und im Unternehmen großes Vertrauen und steht für einen unaufgeregten Führungsstil. Nach den umstrittenen Methoden, wie den Trading-Deals, mit denen Schulz im Markt unterwegs war, sollte Wagner wieder Ruhe ins Geschäft bringen. Auch intern sollte er Kontinuität und Transparenz vermitteln. Das ist ihm aus Sicht vieler Mediaagenturen und eben auch Konzernchef Thomas Ebeling nun wohl gelungen.

Wagner steht jedoch vor schwierigen Aufgaben. Trotz der Jahresendrallye kann Pro Sieben Sat 1 die Rückgänge aus den ersten drei Quartalen wohl kaum auffangen. Das ist hart, denn Seven-One hatte nach der Einführung eines umstrittenen Vermarktungsmodells bereits 2008 - also deutlich vor der Werbekrise - erhebliche Einbussen hinnehmen müssen. Der Druck, die Entwicklung 2010 zu drehen ist entsprechend hoch.

Der härteste Konkurrent, RTL-Vermarkter IP Deutschland in Köln, tritt in der Saison 2010 jedoch wieder mit einem Share-Modell an: Der so genannte Universe-Rabatt belohnt Kunden, wenn sie ihre Budgets bei Seven-One abziehen. Wagner hat auf das Modell zwar bereits reagiert und bietet ausgewählten Agenturen nun ebenfalls wieder Share-Rabatte an. Wie der Markt auf den neuerlichen, schwer zu überschauenden Zweikampf zwischen Seven-One Media und IP reagiert, werden jedoch erst die nächsten Monaten zeigen. pap
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