Pro Sieben Sat 1 zielt mit Fem TV auf TV-Neukunden

Montag, 09. November 2009
Andreas Bartl will mit Fem TV eine Marktlücke schließen
Andreas Bartl will mit Fem TV eine Marktlücke schließen

Pro Sieben Sat 1 bringt einen neuen Fernsehsender an den Start. Der Frauenkanal Fem TV soll im Frühjahr als frei empfangbarer Digitalsender via Kabel und Satellit auf Sendung gehen. "In Deutschland gibt es über hundert Frauenzeitschriften, aber keinen Frauensender. Das fehlte einfach noch in der Landschaft", erklärt TV-Vorstand Andreas Bartl im "Spiegel" das Projekt. Das Vermarktungsmodell von Fem TV zielt vor allem auf Kunden, die bislang nicht im Fernsehen werben. "Der Blick auf und in das enorme Angebot an Print-Titeln für Frauen zeigt, dass viele der dort Werbungtreibenden keine TV-Werbung machen - das wollen wir ändern", sagt Bartl. Fem TV sei daher der "ideale Einstiegssender für Non-TV-Kunden". Eine wichtige Rolle sollen dabei offenbar kundenindividuelle Werbeformen spielen. Die SevenOne Ad Factory, die für die Erstellung von Sonderwebeformen zuständig ist, soll mit maßgeschneiderten Konzepte gezielt auf Unternehmen zugehen, die bislang nicht im Fernsehen geworben haben. Als Beispiel nennt Bartl "klar erkennbare Promotion-Storys". Mittelfristig will Pro Sieben Sat 1 einen Marktanteil von 2 bis 5 Prozent in der Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Frauen erreichen.

Geschäftsführerin von Fem TV wird die ehemalige Discovery-Managerin Katja Hofem-Best.  Diese hat zwei Jahre Zeit, den Sender in die Gewinnzone zu bringen. "Heute hat man dafür keine fünf Jahre Zeit", mahnt Bartl.

Der Start eines frei empfangbaren Zielgruppensenders zum jetzigen Zeitpunkt überrascht. Erst vor zwei Wochen hatte Pro-Sieben-Sat-1-Vorstandschef Thomas Ebeling angekündigt, verstärkt auf Bezahlinhalte wie Pay TV oder Video-On-Demand zu setzen, um unabhängiger vom Werbemarkt zu werden. dh
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