Pro Sieben Sat 1 will neue Medienanstalt für Sat 1

Mittwoch, 11. April 2012
"Medienrechtliche Optimierung": Pro Sieben Sat 1 will neue Lizenzen
"Medienrechtliche Optimierung": Pro Sieben Sat 1 will neue Lizenzen


Pro Sieben Sat 1 hat für seine vier Free-TV-Sender ab 2013 neue Sendelizenzen beantragt. Offiziell teilt der TV-Konzern mit, es handele sich um eine "medienrechtliche Anpassung" nach der Zusammenführung der vier Sender unter dem Dach der Pro Sieben Sat 1 TV Deutschland GmbH. Allerdings dürfte der angestrebte Wechsel der für Sat 1 zuständigen Medienanstalt auch mit dem Hickhack um die Drittsendezeiten bei dem Sender zusammenhängen. Zur Erinnerung: Die für Sat 1 zuständige Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK) hatte im Februar die Drittsendezeiten für unabhängige Anbieter bei Sat 1 erneut an die Produktionsfirmen dctp und News and Pictures vergeben. Mehrere andere Bewerber, die leer ausgegangen waren, haben gegen die Entscheidung Klage eingereicht, darunter der Nachrichtensender N24. Dessen Geschäftsführer Torsten Rossmann hatte öffentlich beklagt, die LMK habe die Drittsendezeiten von Anfang an an die bisherigen Lizenzinhaber vergeben wollen.

Für Sat 1 strebt der TV-Konzern nun einen Wechsel der Aufsichtsbehörde an und hat eine neue Sendelizenz bei der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein gestellt. Für Pro Sieben soll die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) zuständig bleiben, Kabel Eins bleibt bei der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien. Für Sixx hat Pro Sieben Sat 1 ebenfalls eine neue Lizenz bei der Bremischen Landesmedienanstalt beantragt. Bislang ist die MABB für den Frauensender zuständig.

Conrad Albert, Vorstand Recht, Regulierung und Distribution von Pro Sieben Sat 1 Media erklärt die angestrebte Neulizenzierung so: "Bisher waren die Zulassungen auf drei Standorte verteilt, in Zukunft werden es vier sein: Vier Sender, vier Landesmedienanstalten. Dadurch erhöhen wir konsequent die Vielfalt der Aufsichtsmeinungen. Es handelt sich bei unserem Vorhaben um eine ausschließlich medienrechtliche Optimierung." Die zuständigen Medienanstalten hätten bereits signalisiert, das Vorhaben zu unterstützen. dh 
Meist gelesen
stats