Pro Sieben Sat 1 sucht Hilfe bei Bilanzspezialisten

Freitag, 20. März 2009
Die Bilanz der Sendergruppe ist derzeit tiefrot
Die Bilanz der Sendergruppe ist derzeit tiefrot

Die unter einem riesigen Schuldenberg ächzende Pro Sieben Sat 1 Group bekommt Hilfe von den US-Investmentbankern Houlihan Lokey. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, haben die Hauptanteilseigner der Sendergruppe, die Beteiligungsgesellschaften KKR und Perimra, die Sanierungsexperten engagiert, um die Bilanzen auf Vordermann zu bringen.  Im schlimmsten Fall könnte Pro Sieben Sat 1 Anfang 2010 das Geld ausgehen, schreibt die "SZ" unter Berufung auf Finanzkreise. Der Aktienkurs der Sendergruppe ist innerhalb der letzten zwölf Monate um 90 Prozent eingebrochen. Dazu kommen hausgemachte Probleme wie das gescheiterte Vermarktungsmodell und die schwierige wirtschaftliche Gesamtsituation, die einen empfindlichen Rückgang der Werbeumsätze nach sich zieht. Zusammen mit dem Schuldenberg, der Pro Sieben Sat 1 von KKR und Permira durch die Übernahme der Sendergruppe SBS Broadcasting aufgebürdet wurde, ist der Medienkonzern in eine gefährliche finanzielle Schieflage geraten. Dem Börsenwert von nur noch 150 Millionen Euro stehen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von rund 3,4 Milliarden Euro gegenüber. Die beiden größten Kredite in Höhe von je 1,8 Milliarden Euro werden 2014 und 2015 fällig.

Die Spezialisten von Houlihan Lokey sollen nun Wege suchen, sie Schuldenlast zu vermindern. So könnten KKR und Permira die Schulden der Sendergruppe zurückkaufen, um die Zinsbelatung zu verringern oder neue Anleihen herausgeben. Offenbar sind KKR und Permira auch bereit, Pro Sieben Sat 1 im Notfall mit eigenem Kapital aus der Patsche zu helfen. Beide Finanzinvestoren haben ihre Beteiligung an der Sendergruppe mittlerweile weitgehend abgeschrieben. dh
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