Pro Sieben Sat 1 stellt Weichen für Kapitalerhöhung

Freitag, 13. Juni 2003

Nach dem gescheiterten Saban-Deal stellt die insolvente Kirch Media bei der von ihr kontrollierten Sendergruppe Pro Sieben Sat 1 die Weichen auf einen Neuanfang. Diesen wollen die Münchner offenbar mit einer Kapitalerhöhung erreichen. Außerdem sollen die Vorzugsaktien des Senderverbunds in Stammaktien umgewandelt werden, wodurch Minderheitsaktionäre zum ersten Mal seit der Gründung von Pro Sieben Sat 1 vor 13 Jahren ein Stimmrecht erhielten. Damit kommt der so genannte Plan B zum Einsatz, den Kirch Media mit den Banken ausgearbeitet hatten, sollte sich kein Käufer für das Medienunternehmen finden.

Die bisher stimmrechtslosen Vorzugsaktien - sie machen rund die Hälfte des Aktienkapitals aus - würden demzufolge zu Stammaktien, so dass sich die Stimmrechte von Kirch Media von 72 auf rund 52 Prozent reduzierten. Der Plan soll auf der am kommenden Montag stattfindenden Hauptversammlung vorgestellt werden. Mit diesem Vorgehen, das der Zustimmung der Aktionäre bedarf, soll die für den weiteren Geschäftsverlauf nötige Kapitalerhöhung von 280 bis 300 Millionen Euro ermöglicht werden. Kirch Media wird die Hälfte der Kapitalerhöhung zeichnen, den Rest wollen Bayerische Landesbank, Commerzbank, DZ Bank und Hypo Vereinsbank gemeinsam tragen. Da der Beschluss für einen Umtausch nicht mehr auf die Tagesordnung der Hauptversammlung aufgenommen werden konnte, soll das Vorhaben von den Aktionären auf einer außerordentlichen Versammlung in der zweiten Jahreshälfte abgesegnet werden. nr

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