Pro Sieben Sat 1 reduziert Verlust

Donnerstag, 14. Mai 2009
Konzernchef Thomas Ebeling muss Umsatzrückgang verschmerzen
Konzernchef Thomas Ebeling muss Umsatzrückgang verschmerzen

Pro Sieben Sat 1 weist für das 1. Quartal 2009 einen Verlust von rund 1,7 Millionen Euro aus. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat der Münchner TV-Konzern das Minus jedoch reduziert. Im 1. Quartal 2008 lag der Konzernfehlbetrag noch bei 7,9 Millionen Euro. Der Umsatz ist jedoch um 14,0 Prozent auf 627 Millionen Euro gesunken. Für den Rückgang macht der seit 1. März amtierende Konzernchef Thomas Ebeling zum einen den Verkauf von CMore verantwortlich, zum anderen die konjunkturbedingt rückläufigen Werberlöse. Das Ebitda ist um 6,6 Prozent auf 90,4 Millionen Euro gestiegen, bereinigt um 6,0 Prozent auf 93,8 Millionen Euro.

Die höhere Marge führt Ebeling auf die Sparanstrengungen des Konzerns zurück. Insgesamt sind die Gesamtkosten gegenüber dem 1. Quartal 2008 um 15,4 Prozent auf 577,6 Millionen Euro gesunken. Davon entfällt rund 46,6 Millionen Euro auf die Entkonsolidierung von CMore. Im laufenden Jahr sollen die operativen Kosten insgesamt um rund 100 Millionen Euro sinken, vor allem durch die engere Zusammenarbeit der deutschen Free-TV-Sender und die Bündelung der Vermarkter Seven-One Media und Seven-One Interactive. Im Zuge der Sparmaßnahmen hat Pro Sieben Sat 1 circa ein Zwölftel der Mitarbeiter abgebaut und zählt mit 5.460 Mitarbeitern Ende März über 500 weniger als noch am 31. März 2008.

Pro Sieben Sat 1 fährt bereits seit vergangenem Jahr einen strikten Sparkurs. Nach der Einführung eines veränderten Rabattmodells Ende 2007 war der Konzern vom Markt massiv abgestraft worden und hatte daher schon vor Beginn der weltweiten Finanzkrise begonnen, die Kosten zu senken. Das aktuelle Modell, mit dem Vermarktungsvorstand Klaus-Peter Schulz unterwegs ist, wird laut Ebeling gut akzeptiert.

Pro Sieben Sat 1 muss auch deshalb sparen, weil das Unternehmen seit der Komplettübernahme von SBS einen hohen Schuldenberg mit sich herumschleppt. Zum 31. März 2009 liegt die Netto-Finanzverschuldung (Kreditverbindlichkeiten abzüglich liquider Mitel und kurzfristiger finanzieller Vermögenswerte) bei circa 3,51 Milliarden Euro - etwas höher als im Vorjahreszeitraum. Laut Geschäftsbericht 2008  ist mehr als eine halbe Milliarde Euro Bankverbindlichkeiten noch in diesem Jahr fällig.

Anfang der Woche war bekannt geworden, dass Schulden der Lavena, die einen Großteil der Anteile von Pro Sieben Sat 1 hält und jeweils hälftig den Finanzinvestoren KKR und Permira gehört, von drei Hedge-Fonds aufgekauft worden sind. Apollo, Avenue Capital und Octavian halten laut "FTD" rund drei Viertel der besicherten Kredite der Lavena, die mit rund 1,8 Milliarden Euro überschuldet sein soll. Welche Folgen das für Pro Sieben haben könnte, ist im Moment unklar. pap
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