Pro Sieben Sat 1 legt Medienaufsicht Pläne für regionale Werbung vor

Dienstag, 18. September 2012
Der Vermarkter treibt seine Pläne für regionale Werbung weiter voran
Der Vermarkter treibt seine Pläne für regionale Werbung weiter voran

Pro Sieben Sat 1 treibt seine Vorbereitungen für regionale Werbung weiter voran. Der TV-Konzern hat seine Pläne nun offiziell der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH) vorgelegt, die ab Sommer 2013 für den Sender Sat 1 zuständig ist. In einer Testphase gehe es zunächst um den "Austausch von ein paar TV-Spots beziehungsweise ein paar Minuten Werbung am Tag", bestätigte Pro Sieben Sat 1 gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Nach Ansicht der MA HSH ist für die regionalisierte Werbung keine Änderung der Lizenz notwendig. Sicherheitshalber habe Pro Sieben Sat 1 aber einen Hilfsantrag auf Zulassungsänderung vorgelegt. Die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten will bei ihrer Sitzung am heutigen Dienstag über das Thema beraten. 

Regionale Werbung im nationalen Fernsehen ist nicht nur medienrechtlich ein heikles Thema. Regional geprägte Medien wie Tageszeitungsverlage und Radiosender fürchten, dass die großen TV-Konzerne ihnen regionale Werbekunden abspenstig machen könnten und schwören bereits Gefahren für die Pressevielfalt herauf.

Die Landesmedienanstalten haben bislang noch keine gemeinsame Position zu dem Thema gefunden: Nach Auffassung des Direktors der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen, Jürgen Brautmeier, ist regionalisierte Werbung in NRW ohne eine erneute Zulassung nicht erlaubt. Bei der Zulassung eines entsprechenden Testlaufs von Pro Sieben Sat 1 und dem Kabelnetzbetreiber Unitymedia in Nordrhein-Westfalen fiel die Zustimmung knapp aus. Auch in Baden-Württemberg und Hessen hat Pro Sieben Sat 1 bereits mit regioanler Werbung experimentiert. dh

Mehr über das Reizthema Regional Werbung in HORIZONT 37 vom 13. September 2012
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