Pro Sieben Sat 1: Thomas Ebeling konkretisiert Sparpläne für Nachrichten

Dienstag, 23. Februar 2010
Ebeling will Kosten senken
Ebeling will Kosten senken

Konzernchef Thomas Ebeling hat die Sparpläne für die Nachrichtenproduktion bei Pro Sieben Sat 1 konkretisiert. Um zwei Drittel solle das aktuelle Budget sinken, sagte er am Montagabend auf einer Podiumsdiskussion in der Bayerischen Landesvertretung in Berlin. Um die Kosten zu senken, prüft die TV-Gruppe gerade diverse Varianten für ihren Nachrichtensender N24, unter anderem den Verkauf. Der Grund: Die hohen Kosten. Laut Betriebsrat fallen jährlich rund 75 Millionen Euro Programm- und Verbreitungskosten an. Diesen stünden zwar lediglich 30 Millionen Euro Werbeerlöse gegenüber, allerdings auch weitere 65 Millionen Euro, die Pro Sieben, Sat 1 und Kabel Eins intern mit dem Sender verrechnen. Ebeling hofft, diese Kosten drücken zu können, wenn die Nachrichten extern zugeliefert werden.

Auf der Diskussion in Berlin zu der der N24-Redaktionsausschuss eingeladen hatte, soll Ebeling auf die Frage, woher die hohen Einsparungen kommen sollen, laut Medienberichten gesagt haben: "Man muss nicht immer ein bewegtes Bild zeigen. Ein Foto reicht auch". Ebeling, bekannt für offene und bisweilen flapsige Worte, bemüht sich im Nachgang um Schadenbegrenzung: "Auch Fotos sind ein akzeptierter Bestandteil von Fernsehnachrichten, aber natürlich nicht der einzige."

Auch über andere Mittel denke man gerade nach, wie zum Beispiel den verstärkten Einsatz von Infografiken und Meinungsstücken sowie "News to use"". Darunter versteht Ebeling ausführliche Servicebeiträge, die politische Themen aufbereiten sollen.

Wann die Entscheidung darüber fällt, ob N24 verkauft wird oder nicht, ist unklar. Neben dem Geschäftsführer Torsten Rossmann und anderen N24-Managern, die den Sender gemeinsam mit Ex-"Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust kaufen wollen, gibt es laut Ebeling "weitere Interessenten". pap
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