Pro Sieben Sat 1 Media verbucht herben Ergebnisrückgang

Freitag, 09. August 2002

Der TV-Konzern Pro Sieben Sat 1 Media musste im 1. Halbjahr 2002 einen Umsatzrückgang von 4 Prozent auf 985 Millionen Euro hinnehmen. Das Ergebnis vor Steuern sank um 72 Prozent auf 25 Millionen Euro. 8 Millionen Euro Minus entfallen dabei auf das eingestellte Fusionsvorhaben mit Kirch Media. "Eine nachhaltige Erholung des Werbemarkts ist nach wie vor nicht in Sicht", erklärt Vorstandsvorsitzender Urs Rohner: "Wir werden deshalb das unternehmerische Tempo bei der Konsolidierung der Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe weiter erhöhen, um unsere Performance- und Renditeziele langfristig zu erreichen."

Für das Gesamtjahr rechnet der Konzernchef für den Gesamtmarkt mit einem Rückgang der TV-Bruttowerbeumsätze von bis zu 5 Prozent. Dabei soll sich Pro Sieben Sat 1 Media mit einem geplanten Ebitda von insgesamt 200 Millionen Euro jedoch besser als der Gesamtmarkt entwickeln.

Hauptumsatzträger des Münchner Medienunternehmens ist das TV-Geschäft mit einem Umsatz von 953 Millionen Euro (minus 5 Prozent) in den ersten sechs Monaten diesen Jahres. Das operative Ergebnis brach um 82 Prozent ein und beträgt nurmehr 15 Millionen Euro. Besonders hart trifft es dabei Sat 1, das aufgrund der Rechtekosten für die Fußball-WM und Fußball-Bundesliga bei einem Umsatz von 404 Millionen Euro (minus 6 Prozent) tiefer in die roten Zahlen rutscht. Das Ergebnis liegt bei minus 73 Millionen Mark. In den ersten sechs Monaten des Vorjahres waren es minus 18 Millionen Mark. Der Turnaround soll im kommenden Jahr erreicht werden. Den zweitstärksten Ergebniseinbruch muss Kabel 1 einstecken. Bei einem Umsatz von 103 Millionen Euro (minus 5 Prozent) sinkt der Gewinn um 67 Prozent auf 6 Millionen Euro.

Mit einer leicht verbesserten Ergebnisbilanz wartet der Nachrichtenkanal N24 auf, der bei einem Umsatz von 47 Millionen Euro (plus 147 Prozent) seinen Verlust von minus 20 auf minus 15 Millionen Euro verbessern konnte. Cash Cow der Gruppe bleibt trotz Umsatzrückgang Pro Sieben mit einer Umsatzrendite vor Steuern von 31 Prozent im ersten Halbjahr: Der Umsatz beträgt 413 Millionen Euro (minus 6 Prozent), das Ergebnis 127 Millionen Euro (minus 14 Prozent).
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