Pro Sieben Sat 1 Media schmiedet europäischen TV-Konzern

Mittwoch, 27. Juni 2007
Guillaume de Posch
Guillaume de Posch

Pro Sieben Sat 1 meldet Vollzug: Die TV-Gruppe hat heute den Kaufvertrag mit den Gesellschaftern der SBS Broadcasting Group unterschrieben. Wie angekündigt übernimmt der Münchner TV-Konzern 100 Prozent der Anteile an der skandinavischen Gruppe. Der Kaufpreis liegt bei 3,3 Milliarden Euro. "Durch die Kombination von Pro Sieben Sat 1 und SBS entsteht eine pan-europäische TV-Gruppe mit bewährten Kompetenzen und den notwendigen Ressourcen, um Aktivitäten in den jeweils neuen geografischen Märkten auszubauen und in zusätzliche TV-Kanäle, Internet-Angebote und Inhalte zu investieren", sagt Guillaume de Posch, Vorstandsvorsitzender von Pro Sieben Sat 1 Media.

Die neue Gruppe, die mehrheitlich von den Finanzinvestoren KKR und Permira kontrolliert wird, steht unter erheblichem Renditedruck. Laut de Posch soll die Ebitda-Marge von derzeit 22,2 Prozent in den nächsten Jahren auf 25 bis 30 Prozent steigen. Nach Berechnungen des Unternehmens liegen die Synergienpotenziale bei 80 bis 90 Millionen Euro pro Jahr, davon sollen zwei Drittel auf Kosteneinsparungen entfallen.

Hauptsitz des neuen Konzerns, der auch weiterhin den Namen Pro Sieben Sat 1 Media tragen wird, ist München/Unterföhring. Durch den Zusammenschluss entsteht die nach Reichweite zweitgrößte TV-Gruppe in Europa. Das Unternehmen wird nach der Fusion 24 Free-TV-Sender, ebenso viele Pay-TV-Sender und 22 Radiosender in 13 europäischen Ländern umfassen. Der gemeinsame Umsatz liegt bei 3,1 Milliarden Euro (2006), das Ebitda bei 691 Millionen Euro.

Im Zuge der Übernahme könnte Pro Sieben Sat 1 zudem einen weiteren Gesellschafter bekommen. Die niederländische Telegraaf Media Groep, die 20 Prozent an SBS hielt, hat die Option in die neue Gruppe zu reinvestieren und 12 Prozent der stimmberechtigten Aktien zu kaufen. Greifen die Holländer zu, würde ihr Anteil am Grundkapital 6 Prozent betragen. dh

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