Pro Sieben Sat 1 Media schließt 10-Jahres-Vertrag mit Kirch-Filmbibliothek

Montag, 16. Juni 2003

Der Vorstandschef der Pro Sieben Sat 1 Media, Urs Rohner, sieht sich in Sachen Programmversorgung für die nächsten Jahre gut gerüstet: Dem "Spiegel" gegenüber erklärte Rohner, Pro Sieben Sat 1 habe mit der insolventen Kirch Media eine Vereinbarung über die Programmbelieferung aus der Filmrechtebibliothek mit einer Laufzeit von zehn Jahren geschlossen. Dabei wird die Kirch Media über einen bestimmten Verteilungsschlüssel an den Werbeerlösen beteiligt, die die rund 2000 Titel einspielen.

Dass dies einer "Abwicklung" des ehemaligen Herzstückes der Kirch-Familie gleichkomme, streitet Insolvenzberater Hans-Joachim Ziems im "Spiegel" ab. Allerdings müsse man "auf der Personalseite noch einmal ran", da nur einige Mitarbeiter in der neuen, erweiterten Pro-Sieben-Rechtehandelsabteilung unterkommen könnten.

Für Verlustbringer innerhalb der Sendergruppe wie den Nachrichtenkanal N24 sieht Rohner gute Chancen "in den nächsten 12 bis 24 Monaten profitabel zu werden". Alle Sender müssten sich rechnen. Das dürfte auch für Sat 1 gelten: Der Sender hat seit dem Start nur zweimal schwarze Zahlen geschrieben und zuletzt 2002 mit minus 98 Millionen Euro abgeschlossen.

Am heutigen Montag wird die Hauptversammlung von Pro Sieben Sat 1 über den sogenannten Plan B abstimmen, der die Senderfamilie nach dem Rückzug des US-Investors Haim Saban auf Vordermann bringen soll. Danach werden die Insolvenzverwalter der Hauptversammlung eine Kapitalerhöhung von maximal 97 Millionen Aktien vorschlagen. Kirch Media will ihr Bezugsrecht ausüben und 150 Millionen Euro investieren. Die Banken garantieren, dass sie für weitere 150 Millionen Euro gerade stehen - oder zumindest den Teil, den die bezugsberechtigten Aktionäre nicht zeichnen. Neu in den Aufsichtsrat gewählt werden sollen heute Kirch-Media-Insolvenzverwalter Michael Jaffe und Sanierungsberater Hans-Joachim Ziems. he
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