Pro Sieben Sat 1 Media leidet unter schwacher Werbekonjunktur

Dienstag, 24. April 2001

Pro Sieben Sat 1 Media hat im 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Konzernumsatz von 513,7 Millionen Euro erwirtschaftet. Das ist gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum ein Minus von 2 Prozent. Dies geht aus den vorläufigen Quartalszahlen hervor, die das Unternehmen heute auf seiner Bilanzpressekonfernez bekannt gegeben hat. Der Umsatzrückgang sei vor allem auf die Entwicklung im Fernsehgeschäft zurückzuführen, die im Januar und Februar durch einen rückläufigen Werbemarkt gekennzeichnet war. Im März habe man aber bereits wieder ein Umsatzplus von 4 Prozent erzielt, heißt es.

Auf das Ergebnis habe sich die verhaltene Werbekonjunktur nur begrenzt ausgewirkt: Optimierte Kostenstrukturen und Synergieeffekte aus der Fusion von Sat 1 und Pro Sieben hätten die geringeren Umfänge größtenteils kompensiert. So beträgt das Ergebnis vor Steuern im 1. Quartal 2001 28,6 Millionen Euro (1. Quartal 2000: 45,5 Millionen Euro). Ursprünglich strebte das Unternehmen in seinen Planungen ein Konzernergebnis von 34,1 Millionen Euro vor Steuern an. Die Differenz begründet das Unternehmen mit höheren Programminvestitionen. Im Geschäftsbereich Fernsehen erzielte die Mediengruppe im 1. Quartal einen Umsatz von 494,4 Millionen Euro, 4 Prozent weniger als im 1. Jahresquartal 2000. Das operative Ergebnis beträgt 30,4 Millionen Euro (2000: 51,7 Millionen Euro).

Pro Sieben konnte seine Umsätze in diesem Zeitraum um 4 Prozent auf 215,7 Millionen Euro steigern, das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich um 13 Prozent auf 76,8 Millionen Euro. Sat 1 hingegen büßte zwischen Januar und März dieses Jahres 29,9 Millionen Euro ein und kommt auf einen Umsatz von 214,2 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern weist ein Minus von 22 Millionen Euro auf. Auch Kabel 1 bilanziert mit 53,4 Millionen Euro einen Umsatzrückgang (1. Quartal 2000: 55,9 Millionen Euro). Das Ergebnis vor Steuern liegt bei 7,8 Millionen Euro nach 14,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Der Nachrichtensender N 24 erwirtschaftete im 1. Quartal Umsatzerlöse in Höhe von 9,6 Millionen Euro (1. Quartal 2000: 8,8 Millionen Euro). Beim Ergebnis vor Steuern muss die Mannschaft um Ulrich Ende hingegen ein Minus von 7,7 Millionen Euro hinnehmen. Im Vorjahr lag das Minus noch bei 4,7 Millionen Euro. Das Unternehmen begründet die Entwicklung mit den geringeren Kosten im letzten Jahr, da N 24 erst am 24. Januar 2000 auf Sendung gegangen sei.

Für das laufende Geschäftsjahr will man im Zuge einer klaren Renditeorientierung das Firmenportfolio um Tochterunternehmen und Beteiligungen bereinigen, die nicht in den unternehmerischen Radius passen und mittelfristig gesteckte Renditeziele nicht erreichen können. Für das Gesamtjahr 2001 rechnet das Fernsehunternehmen mit einer positiven Geschäftsentwicklung und einem Nettowachstum im TV-Werbemarkt von bis zur 4 Prozent. Pro Sieben Sat 1 Media geht davon aus, dass das Umsatzwachstum in jedem Fall über dem Nettozuwachs des gesamten Fernsehwerbemarktes liegen wird. Im Geschäftsbereich Fernsehen werde das Ergebnis vor Steuern prozentual zweistellig steigen.
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