Pro Quote Medien will 30 Prozent Frauen an der Spitze der Redaktionen

Montag, 11. Juni 2012
Der Vorstand von Pro Quote Medien. Vorsitzende ist Annette Bruhns vom "Spiegel" (r.)
Der Vorstand von Pro Quote Medien. Vorsitzende ist Annette Bruhns vom "Spiegel" (r.)


Am Samstag haben 58 Journalistinnen in Hamburg den Verein Pro Quote Medien gegründet. Erklärtes Ziel der Medienfrauen: Innerhalb von nur fünf Jahren will der Verein eine Frauenquote von 30 Prozent in Führungspositionen in Deutschlands Redaktionen erreichen. Bereits Anfang des Jahres hatten rund 350 Journalistinnen in einem offenen Brief eine Frauenquote von 30 Prozent in den Medien gefordert. Doch offensichtlich wollten sich die Initiatorinnen nicht allein auf den vielfach bekundeten guten Willen der Medienunternehmen verlassen. "Fakt ist, dass ausgerechnet in den weltoffenen Medien exzellente und leistungsbereite Frauen unter der 'gläsernen Decke' hängen bleiben", sagt die ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Walde, stellvertretende Vorsitzende von Pro Quote Medien.

Eine Datenbank soll daher mehr Frauen in redaktionelle Führungspositionen bringen. Darin sollen kompetente Journalistinnen erfasst werden, die jederzeit bereit sind, auf frei werdende Führungspositionen zu wechseln. "Wir brauchen eine Headhunter-Datei, damit kein Chef mehr behaupten kann: Wir würden ja gern die Stelle mit einer Frau besetzen, aber wir finden keine", erklärt die stellvertretende Vereinsvorsitzende Sabine Kartte vom "Stern".

Außerdem soll eine wissenschaftliche Studie klären, warum Journalistinnen bislang nur so selten in Führungspositionen vertreten sind. Bei den rund 360 deutschen Tages- und Wochenzeitungen sind nur zwei Prozent aller Chefredakteure Freuen, hat Pro Quote ausgerechnet.

Bereits in fünf Jahren will der Verein sein Ziel von 30 Prozent Frauen in redaktionellen Führungspositionen erreichen. "Wir sind der effizienteste Verein der Republik, weil wir uns schon in fünf Jahren obsolet machen", sagt die Vereinsvorsitzende Annette Bruhns, Redakteurin beim "Spiegel". dh
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