Privatsender sehen Krise überwunden: TV-Werbung wächst 2010 um 4 Prozent

Donnerstag, 22. Juli 2010
VPRT-Präsident Jürgen Doetz
VPRT-Präsident Jürgen Doetz

Die Pfeile zeigen wieder leicht nach oben: Die privaten TV- und Radiosender erwarten für das Gesamtjahr 2010 eine leichte Markterholung mit einem Wachstum der Werbe-, Pay-TV- und Teleshoppingumsätze in Deutschland. Dies ergab eine erstmalig durchgeführte Befragung des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) unter seinen Mitgliedern. Die Ergebnisse präsentierte der Verband am Mittwochabend vor Journalisten in Berlin. Danach erwarten die VPRT-Experten bei den Nettowerbeumsätzen des Privatfernsehens in diesem Jahr ein Wachstum um 4 Prozent von 3,39 Milliarden Euro (2009) auf rund 3,52 Milliarden Euro. Die Nettowerbeerlöse der privaten Radiosender steigen laut VPRT-Prognose in diesem Jahr von 495 Millionen Euro (2009) auf 506 Millionen Euro (plus 2,3 Prozent). Für Pay-TV rechnen die Branchenexperten über alle Plattformen hinweg für 2010 mit einem Plus von 5,4 Prozent, für Teleshopping mit einem Umsatzzuwachs von rund 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zum Vergleich: Der Gesamtmarkt Pay-TV betrug nach einer Erhebung der Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten 2009 in Deutschland 1,1 Milliarden Euro, der des Teleshoppings 1,5 Milliarden Euro.

Allerdings muss das moderate Plus bei der Werbung, der Haupterlösquelle der Sender, im Verhältnis zur relativ niedrigen Vergleichsbasis 2009 gesehen werden. Insgesamt werden die Werbeumsätze weiter deutlich unter dem Niveau der Jahre 2007 und 2008 liegen - und erst recht hinter den Rekordwerten aus dem Jahr 2000. VPRT-Präsident Jürgen Doetz ergänzt: „Auch wenn die konjunkturelle Krise überstanden scheint, bleiben die strukturellen Probleme im deutschen Medienmarkt bestehen." Hier nennt Doetz einmal mehr die „in Deutschland einzigartigen Wettbewerbsverzerrungen durch die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die 2009 über Erlöse aus Gebühren und anderen Einnahmen von rund 8,4 Milliarden Euro verfügten und den Markt für private Medienangebote damit deutlich begrenzen". rp
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