Privatsender schießen gegen Youtube

Montag, 13. August 2012
Youtube bietet inzwischen auch Spielfilme wie den Science-Fiction-Klassiker "Dune" an
Youtube bietet inzwischen auch Spielfilme wie den Science-Fiction-Klassiker "Dune" an


Nach dem wohl endgültigen Aus für die gemeinsame Videoplattform von RTL und Pro Sieben Sat 1 nehmen die Privatsender die Google-Tochter Youtube auf's Korn. Google baut das einstige Homevideo-Portal (Slogan: "Broadcast yourself") seit einiger Zeit zu einer Online-Videothek mit professionellen Inhalten aus. "Youtube agiert zunehmend aggressiv und bewegt sich dabei außerhalb unseres Regulierungsrahmens", ereifert sich Conrad Albert, Vorstand für Medienpolitik bei Pro Sieben Sat 1, im "Spiegel" über die Tochter des Suchmaschinenriesen. Seit einigen Wochen können Nutzer über die Plattform auch ganze Spielfilme anschauen. Außerdem will das Portal bis zu 20 themenspezifische Kanäle aufbauen und damit klassischen TV-Sendern Konkurrenz machen.

Besonders ärgerlich für die Privatsender ist die Tatsache, dass Youtube mit dem Ausbau seines Angebots einen Markt besetzt, auf dem auch die deutschen TV-Konzerne gerne kräftig mitgemischt hätten. Das Bundeskartellamt hatte den Plänen für ein gemeinsames Video-on-Demand-Portal von RTL und Pro Sieben Sat 1 allerdings eine Absage erteilt. Erst vergangene Woche hatte das Oberlandesgericht Düsseldorf das Verbot bestätigt. "Es ist absurd. Alle rufen laut nach nutzerfreundlichen Angeboten - uns wird genau dies zum Vorteil von Google untersagt, das die Lücke natürlich zu füllen weiß", ärgert sich Tobias Schmid, Bereichsleiter Medienpolitik von RTL.

Youtube ist derweil schon einen Schritt weiter und plant bereits die Produktion eigener Inhalte: An einer entsprechenden Ausschreibung hat sich unter anderem Endemol beteiligt, bei Brainpool denkt man laut "Spiegel" über einen eigenen Comedy-Kanal auf Youtube nach. dh
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