Privatsender kritisieren Frequenztausch des HR

Mittwoch, 13. Februar 2013
VPRT-Radiomann Klaus Schunk kritisiert den Frequenztausch
VPRT-Radiomann Klaus Schunk kritisiert den Frequenztausch

Der Privatsenderverband VPRT und der hessische Privatsender Hit Radio FFH üben scharfe Kritik an der Umwidmung von Radio-Frequenzen durch den Hessischen Rundfunk (HR). Die Rundfunkanstalt hat Frequenzen seines Kulturprogramms HR2 dem Jugendsender You FM und dem Nachrichtensender HR-Info zugeschlagen - offenbar ohne Rücksprache mit den Aufsichtsbehörden. Für den HR-Konkurrenten FFH und den Privatsenderverband VPRT ist die Frequenzrochade des Hessischen Rundfunk ein willkommener Anlass, um erneut auf die üppige Ausstattung der öffentlich-rechtlichen Radiosender mit UKW-Frequenzen hinzuweisen. "Die jüngsten Entwicklungen beim SWR und zuletzt beim HR belegen in erschreckender Weise exemplarisch die Frequenzüberversorgung im öffentlich-rechtlichen Radio, die wir seit 25 Jahren monieren", moniert Klaus Schunk, Vorsitzender des Fachbereichs Radio und Audiodienste des VPRT. "Die ARD hat dies immer dementiert. Jetzt werden ungeniert Frequenzen von den Kulturprogrammen auf die Jugendwellen verschoben - und die Politik schaut zu. 'Weniger Auftrag und mehr Frequenzen für kommerzielle Programme' kann nicht das Credo eines gebührenfinanzierten Angebots sein."

Auch der Rivale Hit Radio FFH in Bad Vilbel kritisiert den Frequenztausch "im Handstreich" scharf: "Wir konkurrieren gerne programmlich mit den hr-Radios um die Gunst der Hörer – aber wehren uns gegen diese Taschenspieler-Tricks des HR, um sich technisch in Vorteil zu bringen. Wenn es programmlich schon nicht klappt", stichelt FFH-Chef Hans-Dieter Hillmoth.

Den Privatsendern stößt vor allem sauer auf, dass der HR die Frequenzen offenbar ohne Rücksprache getauscht hat. Normalerweise werden Frequenz-Veränderungen mit allen Beteiligten in der hessischen Staatskanzlei am Runden Tisch abgestimmt. "Solche Entscheidungen kann und darf eine ARD-Anstalt nicht autark treffen, da sich die Marktsituation auch im Wettbewerb zu den Privaten massiv verändert", kritisiert VPRT-Mann Schunk. "Daher gilt bis dato die gute Tradition der Verständigung, die auch im konkreten Fall medienrechtlich durch Einvernehmensregeln abgesichert ist."Der Verband und FFH haben die Hessische Staatskanzlei daher aufgefordert, den Frequenztausch zu überprüfen. dh
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