Privatsender fordern stärkeren Urheberrechtsschutz

Freitag, 29. Januar 2010
Auch der VPRT setzt sich für stärkeren Urheberrechtsschutz ein
Auch der VPRT setzt sich für stärkeren Urheberrechtsschutz ein

Führende Vertreter der privaten Rundfunkunternehmen haben für eine Stärkung und einen besseren Schutz ihrer Urheber- und Leistungsschutzrechte plädiert. Dabei wandten sie sich mit ihren Forderungen auch an Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Auf einer gemeinsamen Veranstaltung des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) und der VG Media Gesellschaft zur Verwertung der Urheber- und Leistungsschutzrechte von Medienunternehmen (VG Media) diskutierten Vertreter aus Politik, Medienwirtschaft und Wissenschaft am Donnerstag über einen effektiven Schutz von Kreativität in der digitalen Welt. Dabei waren neben Leutheusser-Schnarrenberger auch Gerhard Zeiler, CEO RTL-Group, und Thomas Ebeling, CEO Pro Sieben Sat 1 Media, anwesend.
Gerhard Zeiler, CEO RTL-Group
Gerhard Zeiler, CEO RTL-Group
Die Vertreter der Privatsender waren sich einig, dass dringender politischer Handlungsbedarf beim Schutz ihrer Inhalte bestehe. Als Grund dafür nannten sie illegale Downloads und die unerlaubte Verbreitung oder Überblendung ihrer Programme durch neue Endgeräte, die sich zunehmend zu einem ernsten wirtschaftlichen Problem entwickelten. Dabei sei es auch wichtig, konsumentenfreundliche legale Erwerbs- und Nutzungsmodelle für digitale Inhalte zu schaffen.

Hans-Henning Arnold, Geschäftsführer der VG Media erklärte: „Die Sendeunternehmen investieren hier jährlich mehrere Milliarden Euro in Lizenzerwerb und eigene Produktionen und tragen damit maßgeblich zur Kultur- und Medienvielfalt in Deutschland bei. Gleichwohl sind ihre eigenen Leistungsschutz- und Urheberrechte bislang nur unzureichend geschützt." Daher sprach sich die VG Media für eine Beteiligung der Privatsender an der Leermedien- und Geräteabgabe sowie für eine Regelung zur Nutzung von Sendesignalen bei öffentlichen Vorführungen aus.

Neben finanziellen Aspekten machte sich Zeiler für weniger starre Auflagen für den privaten Rundfunk stark: „Es gehört auch zu unseren gesellschaftspolitischen Aufgaben, für die Vermittlung von unabhängigen Nachrichten - insbesondere an jüngere Zielgruppen - zu sorgen. Damit wir diese Aufgaben auch in Zukunft erfüllen können, brauchen wir keine finanzielle Unterstützung, keine Gebühren, keine Steuern, sondern vor allem eines: mehr Flexibilität. Denn aktuell ist kein anderes Medium so reguliert wie das Fernsehen." hor
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