Privater Rundfunk erreicht wieder Umsatzniveau von 2008

Dienstag, 06. Dezember 2011
Für die Studie der Medienanstalten wurden alle privaten Rundfunksender in Deutschland befragt
Für die Studie der Medienanstalten wurden alle privaten Rundfunksender in Deutschland befragt


Der private Rundfunk hat die Werbekrise überstanden und ist wieder auf Wachstumskurs. Im Jahr 2010 ist der Umsatz der gesamten Branche um 7,3 Prozent gestiegen. Vor allem Pay-TV-Anbieter und Teleshopping-Sender rechnen auch für 2011 mit einem weiteren kräftigen Plus. Das geht aus der Studie "Wirtschaftliche Lage des Rundfunks in Deutschland 2010/2011" der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) hervor. Insgesamt erzielten die privaten Rundfunkveranstalter in Deutschland im Jahr 2010 Erträge in Höhe von 8,23 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Krisenjahr 2009 bedeutet das ein Plus  von 7,3 Prozent. Damit wurde erstmals wieder das Umsatzniveau des Jahres 2008 (8,02 Milliarden Euro) übertroffen.

Das nach wie vor wichtigste Standbein der privaten Rundfunksender sind die Erlöse aus klassischer Werbung. Diese erreichte 2010 mit 4,34 Milliarden Euro wieder das Niveau von 2008. Andere Erlösquellen gewinnen jedoch immer stärker an Bedeutung und trugen im vergangenen Jahr insgesamt 3,67 Milliarden Euro zum Gesamtumsatz der Branche bei. Vor allem die Bereiche Pay-TV und Teleshopping verzeichneten deutliche Umsatzsteigerungen, während die Bedeutung von Call Media, also Erlösen aus kostenpflichtigen Anrufen, weiter zurückgeht.

Online-Erlöse gewinnen für die Branche ebenfalls an Bedeutung, sind gemessen am Gesamtumsatz aber nach wie vor vergleichsweise gering: So erzielten die TV-Sender im Schnitt weniger als 1 Prozent ihres Umsatz aus Online-Geschäften. Die Anbieter gehen allerdings davon aus, dass der Umsatzanteil bis 2015 auf knapp 6 Prozent steigt. Die Radiosender rechnen im gleichen Zeitraum mit einem Anstieg der Onlineerlöse auf 3 Prozent des Gesamtumsatzes.

Die Sender nutzten die Krise zudem zur Steigerung ihrer Profitabilität: Insgesamt reduzierten die Rundfunkunternehmen ihre Aufwendungen von 2008 bis 2010 um rund 100 Millionen Euro, der Kostedeckungsgrad erreichte im vergangenen Jahr 114 Prozent.

Für das laufende Jahr gehen die privaten Rundfunkunternehmen von einem Umsatzwachstum in Höhe von rund 3 Prozent aus. Am optimistischsten sind dabei die Pay-TV-Anbieter, die mit einem Plus von 8,9 Prozent rechnen sowie die Teleshoppping-Sender, die von einem Plus von 7,4 Prozent ausgehen. Die Free-TV-Anbieter gehen dagegen lediglich von einem marginalen Wachstum von 0,3 Prozent aus. Die privaten Radiosender sagen ein Umsatzplus von 2 Prozent voraus.

Für die Studie wurden im Auftrag der Landesmedienanstalten alle privaten Rundfunkveranstalter in Deutschland befragt. Durchgeführt wurde die Befragung von Goldmedia Strategy Consulting. Eine ausführliche Zusammenfassung der Ergebnisse ist auf der Website der Landesmedienanstalten abrufbar. dh
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