Private Sender fordern Anteil der GEZ-Gebühren / ARD wehrt sich gegen Abschaffung von Werbung

Mittwoch, 11. Juni 2008
Nimmt die Politik in die Pflicht: Jürgen Doetz
Nimmt die Politik in die Pflicht: Jürgen Doetz

Sollten die privaten Sender dazu verpflichtet werden, Nachrichten nur noch zu bestimmten Zeiten oder nach festen Vorgaben auszustrahlen, wollen die privaten Sender einen Teil der Rundfunkgebühren einfordern. „Auch der private Rundfunk hat eine gesellschaftliche Funktion, die die Politik berücksichtigen muss. Deshalb müssen wir darüber nachdenken, ob man für besonderes Engagement in wirtschaftlich nicht ertragreichen Programmfeldern, die Gebührenfinanzierung in Anspruch nehmen kann oder eine besondere Behandlung der Transportkapazitäten“, sagt Jürgen Doetz, Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), im HORIZONT-Interview.

Thomas Langheinrich, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten, hatte Ende Mai die Beschränkung der privaten Sender vorgeschlagen. ARD-Vorsitzender Fritz Raff lehnt die Forderung ab. „Ich suche keinen weiteren Gebührenzahler.“ Ebenfalls auf wenig Begeisterung stößt die Idee, Werbung auf den öffentlich-rechtlichen Sendern abzuschaffen. „Beim Hörfunk sind wir für die Werbungtreibenden unverzichtbar, weil sie ihr Publikum in manchen Regionen ohne uns gar nicht erreichen würden“, argumentiert Raff. Doetz glaubt, dass die Bereitschaft der Anstalten wächst, auf Werbeeinnahmen zu verzichten, wenn der Ausfall durch höhere GEZ-Gebühren kompensiert werden könnte.

Das ganze Interview mit Fritz Raff und Jürgen Doetz erscheint in HORIZONT 24/2008 vom Donnerstag, 12. Juni 2008.
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