Printkrise: Niederländische Regierung plant Sonderfonds für Verlage

Freitag, 29. Mai 2009
Die sinkenden Werbeerlöse machen den Verlagen weltweit zu schaffen
Die sinkenden Werbeerlöse machen den Verlagen weltweit zu schaffen

Die von der Werbe- und Medienkrise arg gebeutelten Verlage sollen bald Geld vom Staat erhalten, um die Qualität der Berichterstattung auch in harten Zeiten zu sichern. Das gilt zumindest für die Niederlande. Wie der "Tagesspiegel" berichtet, will der sozialdemokratische Medienminister Ronald Plasterk vier Millionen Euro in einen „Stimulierungsfonds für die Presse" investieren. Mit dem Geld will die Regierung den Zeitungen ermöglichen, 60 junge Journalisten - maximal zwei pro Titel - gratis für zwei Jahre zu beschäftigen. „Der Minister hat festgestellt, dass vor allem junge Journalisten Opfer der Krise sind: Sie sind die Ersten, die entlassen werden", zitiert der "Tagesspiegel" Plasterks Sprecher Hans van den Broek. „Damit haben wir ein doppeltes Problem, denn die Innovation in den Medien wird vor allem von diesen jungen Leuten vorangetrieben", so der Sprecher weiter.

In Deutschland wurde in den vergangenen Monaten ebenfalls über staatliche Hilfen debattiert. So hatte "Focus"-Chef Helmut Markwort in HORIZONT vorgeschlagen, Presseprodukte künftig ganz von der Mehrwertsteuer zu befreien - eine Forderung, der sich der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) kurz darauf anschloss. Springer-Boss Mathias Döpfner hat sich dagegen vehement gegen einen staatlichen Rettungsschirm für die Presse ausgesprochen. "Selbst ein bankrottes Medienunternehmen ist besser als ein staatlich finanziertes und gelenktes", sagte Döpfner im Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". mas
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