Print MA: Zeitschriftenreichweite bleibt insgesamt konstant / Nachrichtenmagazine verlieren

Mittwoch, 26. Januar 2011
Bei Frauen steigt die Reichweite von Zeitschriften sogar leicht an
Bei Frauen steigt die Reichweite von Zeitschriften sogar leicht an

Gute Nachricht für den Printmarkt: Die Zeitschriftennutzung bleibt stabil. Dies geht aus der MA 2011 Pressemedien I hervor, die die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (AG.MA) heute veröffentlicht hat. Demnach lesen wie im Vorjahr 65,9 Millionen Menschen ab 14 Jahren in Deutschland Zeitschriften. Lediglich im Nachkommabereich zeige sich ein minimaler Rückgang, der jedoch im Rahmen der statistischen Schwankungsbreite liege. "Zeitschriften werden unverändert stark gelesen. Entgegen des landläufigen Vorurteils verlieren sie trotz des Internets keine Nutzer", konstatiert Christian Goedecke, Vorstand Zeitschriften der AG.MA: "Die Werbungtreibenden können sich auf die stabile Leistung des Werbeträgers weiterhin verlassen." Besonders erfreulich ist der weiterhin hohe Anteil an jungen Lesern. Selbst von den häufig als Printmuffel bezeichneten 14- bis 19-Jährigen greifen noch immer 93,1 Prozent zu Zeitschriften. Etwas schlechter schneidet dagegen die Gruppe der 20- bis 29-Jährigen mit 92,1 Prozent ab. Am höchsten ist der Anteil der Zeitschriftenleser mit ´94,8 Prozent bei den Verbrauchern zwischen 40 und 49 Jahren.

Große Konstanz zeigt sich auch bei der Reichweitenentwicklung der einzelnen Zeitschriftengattungen. Einziger deutlicher Ausrutscher nach unten: Das Segment der Musik- und Jugendzeitschriften (Index 85 im Vergleich zur MA 2010 Presse-medien II). Allerdings ist der Reichweitenverlust in dieser Gattung weitgehend darauf zurückzuführen, dass einer der bislang fünf Titel, "Bravo Hip Hop Special", in der MA 2011 Pressemedien I nicht mehr ausgewiesen wird.

So viel zu den guten Nachrichten. Nun die schlechten: Bei der Betrachtung der Einzeltitel zeigt sich dennoch eine hohe Zahl an Verlierern. Von den 168 ausgewiesenen Zeitschriften, Wochenzeitungen und Supplements verlieren 83 an Reichweite. Die prozentual größten Einbußen von allen Titeln muss das Magazin "Essen & Trinken" hinnehmen. Der Titel kommt nur noch auf 440.000 Leser pro Ausgabe (LpA). Der Index liegt bei 79 im Vergleich zur MA 2010 Pressemedien II. Auch für die Titel "Woche der Frau" (Index: 79), "Living at Home" (Index: 83) und "Prinz" (Index: 83) geht es rasant abwärts.

Bei den drei Nachrichtenmagazine macht sich ebenfalls eine Reichweitenerosion bemerkbar. Der "Focus" muss einen Rückgang von 360.000 Lesern hinnehmen und kommt nur noch auf 5,58 Millionen LpA (Index: 94). "Der Spiegel" verliert 300.000 Leser und kommt auf eine Reichweite von 6,25 Millionen (Index: 95). Den Wettbewerber "Stern" trifft es nicht ganz so hart. Er verbucht ein Minus von 90 Lesern (Index: 99).

Die höchsten Reichweiten unter den Kauftiteln erzielt weiterhin die Zeitung "Bild am Sonntag" mit 10,39 Millionen LpA. Der Titel kann sogar gegenüber der letzten Erhebung zulegen - wenn auch nur leicht um 70.000 Leser. Dahinter folgen "Stern" (7,62 Millionen LpA), "TV14" (6,64 Millionen LpA) und "TV Movie" (6,40 Millionen LpA). Unter den Nicht-Kaufzeitschriften steht das Kundenmagazin "ADAC Motorwelt" an der Spitze (18,27 Millionen LpA) vor den Supplements "RTV" (12,67 Millionen LpA) und "Prisma" (7,8 Millionen LpA). bn

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