Print-MA: Tageszeitungen verlieren weiter Leser

Mittwoch, 23. Juli 2008
Die "FR" muss ein Minus von 14 Prozent verkraften
Die "FR" muss ein Minus von 14 Prozent verkraften

Die Gesamtreichweite aller Zeitungen liegt laut der aktuellen Media-Analyse (MA 2008/II) der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (AG.MA) bei 72,4 Prozent. Gegenüber dem Vorjahreswert ist dies ein leichtes Minus von 0,8 Prozentpunkten. Dieser Trend zeichnet sich auch bei den überregionalen Tageszeitungen ab. In dieser Kategorie melden fast alle Titel Verluste. Am größten ist das Minus bei der "Frankfurter Rundschau": Das Blatt verzeichnet 310.000 Leser pro Ausgabe (LpA), was einem Rückgang von 14 Prozent gegenüber der Vor-MA 2007/II entspricht. Rund ein Jahr nach der Umstellung der "FR" auf das Tabloidformat ist dies für den Verlag sicherlich eine ernüchternde Bilanz. Hoffte man doch, mit dem Formatwechsel dem Titel deutliche Schubkraft zu verleihen.

Leichte Verluste verbuchen auch die Konkurrenten: Bei der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" geht es 6 Prozent bergab, bei der "Financial Times Deutschland" 3 Prozent, das "Handelsblatt" verliert 2 Prozent und "Die Welt" 1 Prozent. Das Boulevard-Blatt "Bild" hält seine Reichweite mit rund 12 Millionen LpA stabil. Zulegen kann allein die "Süddeutsche Zeitung": Der Titel verzeichnet aktuell 1,19 Millionen LpA, eine Steigerung von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Unter den regionalen Tageszeitungen ist die "Neue Presse" in Hannover der Gewinner. Der Titel steigert sich um 14 Prozent auf 80.000 Leser. Deutliche Zuwächse melden auch der "Berliner Kurier" (13 Prozent Plus, 350.000 LpA) und die "TZ" (13 Prozent Plus, 340.000 LpA). Die Verlierer sind die "Morgenpost für Sachsen" (230.000 LpA) und die "Berliner Morgenpost" (350.000 LpA). Hier geht es jeweils um 15 Prozent abwärts. Noch schlechter schneidet der Titel "Dresdner Neueste Nachrichten" ab. Die Reichweite liegt hier nur noch bei 60.000 LpA, was ein Minus von 25 Prozent bedeutet.
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