Presserat rügt Schleichwerbung in der "WamS"

Donnerstag, 03. Dezember 2009
Presserat rügt die "Welt am Sonntag"
Presserat rügt die "Welt am Sonntag"

Gleich drei Rügen bekommt Axel Springer vom Presserat, davon zwei für Schleichwerbung in "Welt am Sonntag" und Welt Online.  Auf der vierten Sitzung in diesem Jahr haben die beiden Beschweredeausschüsse sechs Rügen, 15 Mißbilligungen und 29 Hinweise ausgesprochen. Dem Gremium lagen insgesamt 102 Beschwerden vor.  Ausgerechnet die seriöse "Welt am Sonntag" hat unter dem Titel "Mein erster Flug in der First Class" einen schwärmerischen Artikel zu einem Flug mit Singapore Airlines veröffentlicht. Ganze 14 Mal hat der Autor die Fluggesellschaft in dem Text genannt, in dem er ausführlich die Vorzüge der Airline lobt. Damit sei die Grenze zur Schleichwerbung deutlich überschritten worden, findet das Gremium.

Eine weitere Rüge wegen des Verstoßes gegen das Trennungsgebot von Redaktion und Werbung erhielt Welt Online. Der Chef einer Münchner Bar hatte mit "eindeutig werbenden Formulierungen den angeblichen Siegeszug des Sommer-Must-have-Getränks Aperol-Sprizz geschildert", kritisiert der Presserat. Außerdem zeigte der Artikel "Unheimlich lecker: Die orangefarbene Aperol-Sprizz-Welle rollt durchs Land" Werbefotos des Likör-Herstellers Aperol.

Die dritte Rüge kassiert Springer dafür, auf Bild.de Persönlichkeitsrechte in der Berichterstattung über ein Familiendrama verletzt zu haben. Auch zwei weitere Rügen gegen den zur "Hildesheimer Allgemeinen Zeitung" gehörenden "Sarstedter Anzeiger" und die Offenbach-Post Online erteilt der Rat wegen der Verletzung des Privatlebens und der Intimsphäre. Die letzte Rüge ergeht an die "Thüringer Allgemeine" wegen fehlender Transparenz. Ein Porträt über einen Politiker stammte von dessen ehemaligem Pressesprecher. pap
Meist gelesen
stats