Presserat bemängelt Berichterstattung über Loveparade-Unglück

Mittwoch, 15. September 2010
Bild.de steht in der Kritik
Bild.de steht in der Kritik

Der Deutsche Presserat spricht bezüglich der Berichterstattung über die Massenpanik bei der Loveparade 2010 in Duisburg eine Rüge, fünf Missbilligungen und drei Hinweise aus. Vier der Beschwerden seien unbegründet, entschied der Beschwerdeausschuss I in seiner gestrigen Sitzung. Ingesamt lagen dem Presserat 241 Beanstandungen vor, die zu 13 Sammelbeschwerden zusammengefasst werden konnten. Bemängelt wurden hauptsächlich Darstellungen der Massenpanik sowie die Darstellung einzelner Opfer. Bild Online erhält eine öffentliche Rüge für die Darstellung des Schicksals eines einzelnen Opfers. Die Redaktion hatte ein ungepixeltes Foto eines Opfers veröffentlicht und Details der Todesumstände beschrieben. Ein Arzt beschrieb außerdem, wie das Opfer genau starb. Laut Presserat verstößt diese Art der Darstellung gegen Ziffer 8, Verzicht auf unangemessen sensationelle Berichterstattung, und 11, Schutz der Privatsphäre der Opfer von Unglückfällen, des Pressekodex.

Drei Hinweise wurden in Fällen ausgesprochen, in denen ungepixelte Fotos von Opfern mit Vorname und abgekürztem Nachname veröffentlicht wurden. Enthielt die Berichterstattung darüber hinaus weitere detaillierte Informationen, wie Einzelheiten über die Lebensumstände der Opfer, wurden Missbilligungen ausgesprochen. Laut Presserat besteht an diesen privaten Details kein öffentliches Interesse und verstößt somit gegen Ziffer 8 des Pressekodex. Das war in vier Beiträgen der Fall. Der Presserat sprach außerdem eine weitere Missbilligung für eine unagemessen sensationelle Darstellung aus. hor
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