Presse-Grosso geht gegen Fusions-Entscheidung vor

Montag, 03. Mai 2010
Der deutsche Presse-Vertrieb bleibt weiter heiß umkämpft
Der deutsche Presse-Vertrieb bleibt weiter heiß umkämpft

Der Bundesverband Presse-Grosso wird Beschwerde gegen die Fusion des Verlagsgrossisten Pressevertrieb Pfalz (PVP) und dem bislang unabhängigen Grossisten Roth + Horsch einlegen. Diese Entscheidung fiel auf der ordentlichen Mitgliederversammlung der Grossisten in der vergangenen Woche in Köln. Das Bundeskartellamt hatte dem Zusammenschlusses vor wenigen Wochen zugestimmt. Für das Revisionsverfahren ist der Kartellsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf zuständig. Der Grossoverband sieht in der Fusion eine Ausweitung der verlagsbeteiligten Grossisten - im Falle von PVP/Roth+Horsch sind das unter anderem Axel Springer, Bauer, G+J, Burda und WAZ. Dies sei nicht vereinbar mit der 2004 geschlossenen "Gemeinsamen Erklärung", in der sich Verlegerverbände und das Presse-Grosso darauf geeinigt hatten, Grossobetriebe mit Verlagsbeteiligung nicht weiter auszudehnen.

Einen weiteren Rechtsstreit, der die Zukunft aller Grossisten betreffen könnte, unterstützt der Verband weiterhin. Hierbei geht es um das Revsionsverfahren des Mitgliedsunternehmens Grade gegen die Bauer Vertriebs KG vor dem Bundesgerichtshof. Der ebenfalls durch Bauer gekündigte Grossist Mügge/Nolte hatte seine Revision vor dem BGH kürzlich zurückgezogen.

Parallel dazu forciert der Verband das Qualitäts- und Leistungsmanagement seiner Mitglieder. Als Teil des im September 2009 eingeleiteten Change-Programms des Verbandes werden bestimmte vertriebliche Kennzahlen erhoben, Befragungen von Einzelhandelskunden und Verlagspartnern durchgeführt, sowie unternehmensspezifischen Daten ausgewertet. Das Presse-Grosso will so die Kundenzufriedenheit und das Vertriebsmarketing weiter fördern. In einem zweiten Schritt sind bis Ende 2010 ein operativen Modell sowie Praxistests mit einzelnen Verbandsgrossisten geplant. se
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