Presse-Grosso: Keine Benachteiligung einzelner Verlage

Dienstag, 10. März 2009
Der Bundesverband Presse-Grosso verteidigt sich gegen die Vorwürfe
Der Bundesverband Presse-Grosso verteidigt sich gegen die Vorwürfe

Der Bundesverband Presse-Grosso geht in die Verteidigung: Mit den seit März geltenden Konditionen würden keine Verlage diskriminiert. Diesen Vorwurf hatten zuletzt eine Reihe mittelständischer Medienunternehmen erhoben. "Hochauflagige Zeitschriften mit wöchentlicher und 14-täglicher Erscheinungsweise profitieren ebenso wie umsatzstarke Zeitschriften mit monatlicher oder seltenerer Erscheinungsweise", schreibt der Verband in einer Mitteilung. Die Vereinbarung sei "systemkonform und ausgewogen". Der Verband unterstütze die Verlage dabei, ihre Vertriebskosten zu reduzieren, durch einen Betrag im "deutlich zweistelligen Millionen-Bereich".  Die neuen Konditionen sollen für die kleineren Titel akzeptabel sein. So bleiben laut Verband die Vertriebspreise auch für jene Titel stabil, die weniger als 10.000 Exemplare bundesweit verkaufen und eine Remmissionsquote von durchschnittlich 71 Prozent haben. Das trifft laut Verband auf 70 Prozent aller Zeitschriften zu.

Zusatzaufwand stellen außerdem Sonderhefte da. Bei jährlich 1300 neuen Folgen stoßen die Grossisten „zunehmend an Grenzen der Präsentationskapazitäten im Presseregal", so der Verband. Künftig soll diesen aperiodisch erscheinenden Titeln und Sonderheften durch zusätzliche Verkaufsförderungsmaßnahmen unter die Arme gegriffen werden.

Monatelang haben Grossisten und Verband um neue Regelungen gerungen. Die wichtigsten Eckpunkte des Angebots, dem nicht alle Verlage zugestimmt haben: Neutitel sollen von Grosso künftig durch gattungsübergreifende Werbung unterstützt werden. Die Stichtagsregelung wird modifiziert und berücksichtigt künftig die Marktentwicklung eines Titels. Beim Rabattsystem, das auf einer Mischkalkulation aus Absatz- und Umsatzbedeutung einer Zeitschrift basiert, soll künftig der Umsatz stärker als bislang berücksichtigt werden. Große Verlage hatten auf ein rein umsatzbasiertes Rabattsystem gedrängt.

Während sich der Grosso-Verband mit Axel Springer auf die Neuregelungen verständigt hat, steht eine Einigung mit G+J und der Bauer Media Group noch aus. Offenbar gab es bislang kein neues Angebot. se
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