Presse-Grosso: Absatz und Umsatz gehen erneut zurück

Donnerstag, 09. September 2010
Frank Nolte (l.) und Kai-Christian Albrecht
Frank Nolte (l.) und Kai-Christian Albrecht

Weiterhin ist keine Trendwende in Sicht: Im ersten Halbjahr 2010 ging der Absatz mit Presseprodukten um rund 3,5 Prozent zurück, der Umsatz sank mit minus 1,1 Prozent leicht. Diese Zahlen gibt der Bundesverband Presse-Grosso (BVPG) bekannt. Zum Vergleich: Damit sind die Rückgänge etwas schwächer als im 1. Halbjahr 2009, damals sank der Absatz um 6,1 Prozent, der Umsatz um 2,3 Prozent. Betrachtet man das Gesamtjahr 2009 so ergibt sich folgendes Bild: Der Presseabsatz sank um rund 4 Prozent, der Umsatz stagnierte bei plus 0,1 Prozent.

„Der Konjunkturaufschwung ist bisher nicht beim Pressehandel angekommen. Während sich die Anzeigenmärkte wieder erholen, erkenne ich trotz intensiver Marktaktivitäten der Grossisten keine Trendwende im Vertrieb", kommentiert Frank Nolte, 1. Vorsitzender des Bundesverbands Presse-Grosso die Zahlen. Als Sondereffekte würden sich im WM-Jahr Sportmagazine und Sammelbilder auswirken. Jedoch: „An den herausragenden Verkaufserfolg zur WM 2006 im eigenen Land können wir nicht anknüpfen."

Für das Gesamtjahr 2010 gibt Nolte eine vage Prognose: „Das hängt von vielen Faktoren ab. Wir setzen jedenfalls alles daran, dass sich der Absatzrückgang durch intensive Vertriebsarbeit und Marketing abflacht. Insgesamt werden wir uns ordentlich zur Decke strecken müssen."

Vom kommenden Montag bis Mittwoch treffen sich Grossisten und Verlage zur Jahrestagung in Baden-Baden. Eines der zentralen Themen dort dürften die iPad- und iPhone Aktivitäten der Zeitschriftenhäuser sein. Verlage organisieren sich auch unternehmensübergreifend, so haben Bertelsmann Direct Group und G+J gerade für Anfang Oktober den Start ihres Onlinekiosks Pubbles angekündigt.

Fürchtet der Grosso-Verband, dass Medienhäuser einen alternativen Vertriebskanal aufbauen, der das eigene Geschäft schmälern wird? „Es geht nicht um ein ,entweder oder‘, sondern um ein ,sowohl als auch‘", sagt Nolte. „Wenn über neue Medien insbesondere junge Zielgruppen an Print herangeführt werden, liegen darin Chancen für den Handel."

Geschäftsführer Kai-Christian Albrecht zeigt sich sogar offen für Kooperationen auf Verbands- und Unternehmensebene mit Playern der digitalen Welt: „Mit einem Netzwerk von 120.000 Verkaufsstellen oder Points of Interest haben wir die lokale Marketingkompetenz, die wir Verlagen und anderen Providern gerne anbieten." se
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