Premiere rutscht tief in die Verlustzone / Williams kündigt Relaunch an

Montag, 16. Februar 2009
Premiere ist tief in die roten Zahlen gerutscht
Premiere ist tief in die roten Zahlen gerutscht

Premiere ist im Jahr 2008 tief in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich muss der Pay-TV-Anbieter einen Nettoverlust in Höhe von rund 270 Millionen Euro verkraften. Der Umsatz stieg leicht auf rund 940 Millionen Euro, die Zahl der Abonnenten sank auf knapp 2,4 Millionen direkte Kunden. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) beträgt minus 57 Millionen Euro (2008: 83,6 Millionen Euro). Premiere führt die schlechten Zahlen unter anderem auf die Sicherheitslücke im Verschlüsselungssystem Nagravision zurück, die erst im November 2008 komplett geschlossen werden konnte. Auch die Unsicherheit, ob sich der Anbieter erneut die Pay-TV-Rechte für die Fußball-Bundesliga sichern würde, habe sich negativ bemerkbar gemacht. "2008 war ein sehr schwieriges Jahr, in dem wir einen großen finanziellen Verlust und eine Liquiditätskrise überstehen mussten, die unsere Existenz bedroht hatte", räumt Premiere-Chef Mark Williams ein.

Bei den Abonnenten hat sich das Auslaufen des Prepaid-Angebotes Premiere Flex durch eine höhere Kündigungsquote bemerkbar gemacht. Bei der wichtigen Kenngröße des Umsatzes pro Kunde (ARPU) musste Premiere ebenfalls eine leicht rückläufige Tendenz auf 23,86 Euro im 4. Quartal hinnehmen (3. Quartal 2008: 23,92 Euro).

Für 2009 kündigt Williams einen Relaunch an, "um in der zweiten Jahreshälfte einen entscheidenden Schritt nach vorne zu machen". Nach Informationen des Mediendienstes DWDL denkt Williams dabei sogar über eine Umbenennung nach. Derzeit wird offenbar die Marke Premiere im Zuge einer Marktforschung auf den Prüfstand gestellt. Falls sich Williams für eine Umbenennung entscheiden würde, läge der Name "Sky" auf der Hand. Unter diesem Namen führt die Premiere-Mutter News Corp. ihre Pay-TV-Aktivitäten in Großbritannien und Italien. 

Unterdessen droht Premiere der Verlust der Doku-Sender Discovery und Animal Planet. Offenbar können sich Parteien nicht auf einen neuen Vertrag einigen. Laut  "Focus" sind "die Positionen der Vertragspartner kaum vereinbar". dh 
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