Premiere World nennt neue Abonnentenzahlen

Freitag, 11. Januar 2002

Premiere World, der Abo-Sender der Kirch-Gruppe, konnte im vergangenen Jahr seinen Kundenstamm um 5 Prozent auf 2,41 Millionen ausbauen. Damit erreicht das Digitalbouquet nach Unternehmensangaben rund 6,8 Millionen Fernsehzuschauer.

Den Zuwachs verdankt Premiere allerdings nicht einer gestiegenen Kundennachfrage, sondern seiner geänderten Produktpolitik. Zwar lag im 4. Quartal der Brutto-Zugang um 40.000 unter dem des Vorjahres, doch die länger laufenden Abonnementverträge sorgten für eine höhere Verweildauer der Kunden.

Finanzgeschäftsführer Michael Börnicke: "Wir haben die Struktur der bestehenden Abonnements deutlich verbessert und damit die Werthaltigkeit unserer Kundenbeziehungen gesteigert. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die durchschnittliche Restlaufzeit unserer Verträge fast verdoppelt." So könne man durch den Verzicht auf kurzfristige Verträge das Weihnachtsgeschäft trotz der Bruttoverluste mit knapp 30.000 Abonnenten als im Vorjahr abschließen.

Weitere Impulse für das Neukundengeschäft 2002 erwartet Börnicke durch eine Reihe von Sport-Großereignissen im 1. Halbjahr: "Mit der Fußball-Weltmeisterschaft ab 31. Mai verlängern wir unser Weihnachtsgeschäft bis in den Juni." Außerdem präsentiert Premiere World erstmals die Olympischen Winterspiele.

Trotz dieser positiven Signale liegt Premiere World unverändert weit hinter dem eigenen Businessplan zurück: Ursprünglich hatte der Sender 2,9 Millionen Kunden schon Ende 2000 angestrebt. Bis Ende des Jahres hatte Premiere World die 3,5-Millionen-Marke angestrebt. Liegt der Sender mehr als 20 Prozent unter diesem Planziel, hat Minderheitenaktionär Rupert Murdoch die Option, seinen 22-prozentigen Premiere-Anteil von Kirch zurückkaufen zu lassen.

Ob Kirch tatsächlich den Rückkauf der 22 Prozent Gesellschaftsanteile tatsächlich finanzieren muss, ist noch unklar. Auf einer Medienkonferenz der Citigroup in Arizona erklärte Murdoch, dass die Entscheidung erst im 4. Quartal 2002 fallen werde. Doch die Chancen für eine Fortsetzung der aktuellen Gesellschafterkonstruktion dürften sehr gering sein.

Während der Konferenz betonte Murdoch, dass sein Unternehmen kein weiteres Geld mehr in Kirch-Pay-TV investieren werde, und bilanzierte: "Ich bin weder mit der Richtung noch mit dem Fortschritt von Kirch-Pay-TV zufrieden."
Meist gelesen
stats