Premiere: Pannen bei Verschlüsselung verhageln Bilanz

Donnerstag, 15. Mai 2008
Premiere-Chef Michael Börnicke setzt auf neue Verschlüsselungstechniken
Premiere-Chef Michael Börnicke setzt auf neue Verschlüsselungstechniken

Die Lücke im Verschlüsselungssystem hat Premiere im abgelaufenen Quartal größere Verluste beschert als von Analysten erwartet. Während der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 12,1 Prozent auf 251,5 Millionen Euro gestiegen ist, lag das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebidta) nur noch bei 2,8 Millionen Euro (Vorjahresquartal: 37,8 Millionen Euro). Insgesamt erzielte das Pay-TV-Unternehmen einen Nettoverlust von 28,7 Millionen Euro. Für das schlechte Quartalsergebnis macht Premiere vor allem das geringe Abonnentenwachstum bedingt durch "kriminelle Hacker" verantwortlich. Die Anzahl der direkten Abonnenten stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,6 Prozent auf 3,6 Millionen. Insgesamt gewann das Unternehmen nur 140.000 neue direkte Abonnenten, das sind 35 Prozent weniger als im 1. Quartal 2007.

Premiere-Chef Michael Börnicke betont, das Ergebnis läge "im Rahmen unserer Erwartungen". Er gehe davon aus, nach Einführung des neuen Verschlüsselungssystem bis zum Ende des 3. Quartals 2008 "ein starkes Wachstum" zu sehen. Neben einer neuen Version von Nagravision soll bis zum Herbst die Verschlüsselungstechnik "Videoguard" von NDS, einer Tochter des Anteilseigners News Corporation, für die Ausstrahlung über Satellit eingeführt werden.

Zusätzlich stellt das Unternehmen zum 1. Juli seine Preis- und Angebotsstruktur um: Nur noch vier Programmpakete (Premiere Sport, Premiere Fußball Bundesliga, Premiere Film und Premiere Familie) sollen das Angebot für Kunden einfacher und übersichtlicher machen. Börnicke verspricht sich davon "kräftige Impulse für das Neugeschäft".
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