Premiere: Banken machen dem Krisensender Druck

Donnerstag, 13. November 2008
Williams will Milliardenschwelle wieder knacken
Williams will Milliardenschwelle wieder knacken

Der Pay-TV-Sender Premiere verhandelt mit seinem Bankenkonsortium über eine Restrukturierung der bestehenden Kreditvereinbarungen. Laut Unternehmensangaben kann Premiere in Kürze seinen Kreditverpflichtungen nicht mehr nachkommen und hat daher mit den Banken eine Aussetzung der Überprüfung der Abkommen vereinbart. Im 3. Quartal 2008 weist der Konzern in Unterföhring, bei dem seit Frühjahr die News Corp von Medienmogul Rupert Murdoch das Sagen hat, einen Nettoverlust von 89,1 Millionen Euro aus, nach einem Gewinn von 0,1 Millionen Euro in der Vorjahresperiode. Die Nettoverschuldung ist auf 307 Millionen Euro gestiegen nach 224 Millionen Euro im 2. Quartal 2008. Beim Umsatz musste das Unternehmen, das unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden Mark Williams in den vergangenen Wochen nahezu den gesamten Vorstand ausgewechselt hat, einen weiteren Rückgang von 247,5 Millionen Euro im 3. Quartal 2007 auf 244,6 Millionen Euro im abgelaufenen Quartal hinnehmen. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) weist ein Minus von 27,2 Millionen Euro aus.

Für das Gesamtjahr 2008 erwartet Williams einen Umsatz von über 1,015 Milliarden Euro - damit würde Premiere wieder die Milliardenschwelle überschreiten. Im Vorjahr lag der Umsatz bei 984,5 Millionen Euro. Beim Ebitda rechnet das Unternehmen für 2008 mit einem Verlust zwischen 40 und 60 Millionen Euro.

Williams hofft für die geplante Umsatzsteigerung auf ein starkes Weihnachtsgeschäft. Mit Sonderabos, deren Herausrechnung aus der Statistik im vergangenen Monat zu einer drastischen Korrektur der Abonnentenzahlen geführt hatten, soll aber Schluss ein. „Wir konzentrieren uns bei der Neukundengewinnung ausschließlich auf Kunden mit Laufzeitabonnements, die meisten Randaktivitäten im Vertrieb haben wir eingestellt", so Williams. Bis Ende September zählt Premiere rund 2,411 Millionen direkte Abonnenten. Durch die vergangene Woche abgeschlossene Umstellung auf ein neues Verschlüsselungssystems hofft Williams, außerdem auch einen Teil der Schwarzseher zu zahlenden Kunden zu machen. pap
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