Premiere-Aktionäre zeigen Ex-Chefs Kofler und Börnicke an

Montag, 18. Mai 2009
Geraten unter Druck: Georg Kofler...
Geraten unter Druck: Georg Kofler...

Den Worten folgen Taten: Nachdem Aktionäre und Aktionärsvertreter auf der Hauptversammlung von Premiere im Februar eine staatsanwaltliche Untersuchung gefordert hatten, hat die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) nun am Freitag Strafanzeige beim Landgericht München gestellt. Die Anzeige läuft gegen frühere Vorstandsmitgleider von Premiere, darunter der langjährige Vorstandsvorsitzende Georg Kofler und sein Nachfolger Michael Börnicke. Die SdK beschuldigt die Ex-Vorstände, sowohl beim Börsengang der Aktiengesellschaft im Jahr 2005 als auch bei der Kapitalerhöhung 2007 "unrichtige Angaben zur Klassifizierung, zur Zählweise und zur tatsächlichen Zahl der Abonnenten des Bezahlsenders gemacht zu haben". Außerdem wirft sie ihnen Insiderhandel vor.

... und Michael Börnicke
... und Michael Börnicke
Im Oktober 2008 hatte der neue Vorstandsvorsitzende Mark Williams überraschend und drastisch die für einen Pay-TV-Kanal so relevanten Abonnentenzahlen um fast eine Million auf 2,4 Millionen nach unten korrigiert. In der neuen Zählweise kam Premiere Ende März 2009 auf 2,371 Millionen Abonnenten. Mittelfristig braucht Williams allerdings zwischen 3 bis 3,5 Millionen Abonnements, um den Sender profitabel betreiben zu können.

Auf der Hauptversammlung hatte Premiere-Vorstand Holger Enßlin die Betrugsvorwürfe gegen die ehemaligen "Organe" Kofler und Börnicke noch abgewiegelt: "Die zuvor angewendete Klassifizierung war nicht falsch und hatte keine Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis. Daher bestehen keine Schadensersatzansprüche gegen Organe." Ob das stimmt, muss nun das Gericht klären. pap
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