Preisrunde 2011: Publikumszeitschriften erhöhen Anzeigenpreise um 2 Prozent

Mittwoch, 01. September 2010
VDZ-Manager Holger Busch
VDZ-Manager Holger Busch

Die Publikumszeitschriften werden ihre Bruttoanzeigenpreise im kommenden Jahr um durchschnittlich 2,0 Prozent erhöhen. In diese Berechnung des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) sind die jeweiligen Tarife für eine ganzseitige Vierfarbanzeige von über 700 Magazinen eingeflossen. Erwartungsgemäß fahren etliche Titel (genau: 243) eine Nullrunde, einige Magazine erhöhen deutlich, Preissenkungen gibt es kaum (HORIZONT 30/2010). „Die Zeitschriftenverlage setzen ihre moderate und marktgerechte Preispolitik auch im kommenden Jahr fort", kommentiert Holger Busch, Geschäftsführer Marketing Anzeigen im VDZ, die Preisrunde 2011 mit gewohnter Diplomatie. Mit der allgemeinen Inflationsrate begründet er die Erhöhung diesmal nicht - kein Wunder, denn diese liegt derzeit nur bei 1,2 Prozent. Stattdessen argumentiert er mit der „ungebrochenen Leistungskraft" von Magazinen insbesondere für qualitativ hochwertige Zielgruppen. Dies werde in Kommunikationsmärkten, die sich weiter segmentieren, immer wichtiger.

Der „Spiegel" erhöht seinen Durchschnittsseitenpreis um 3,4 Prozent auf brutto 58.973 Euro, der „Stern" legt um 2,9 Prozent auf 57.825 Euro und „Focus" um 1,5 Prozent auf 48.300 Euro zu. Eine Vierfarbanzeige in „Bild am Sonntag" kostet im kommenden Jahr laut Preisliste 77.100 Euro, das sind 3,6 Prozent mehr als in diesem Jahr.

Selbstbewusst erhöhen etliche People-Titel ihre Bruttowerbepreise: Klambts „Grazia" legt um 15,4 Prozent auf 15.000 Euro auf bescheidenem Niveau deutlich zu, ebenso Bauers „Life & Style" mit im kommenden Jahr 9.000 Euro (plus 14,6 Prozent). Auch weitere Titel im florierenden Genre drehen ihre Listenpreise hoch: „Bunte" (plus 3,1 Prozent auf 33.000 Euro), „Gala" (3,3 Prozent/22.633 Euro), „In" (4,1 Prozent/14.567 Euro) und „Intouch" (2,2 Prozent/20.336 Euro).

Auch die großen Programmzeitschriften wagen Preisaufschläge. „TV 14" erhöht um 5,3 Prozent auf 42.309 Euro, „TV Movie" um 1,7 Prozent auf 54.944 Euro, „TV Spielfilm plus" um 1,3 Prozent auf 60.500 Euro, „TV Digital" um 3,1 Prozent auf 50.117 Euro und „Hörzu" um 3 Prozent auf 48.158 Euro. Bleibt für alle Verlage zu hoffen, dass sie von den Brutto-Aufschlägen möglichst viel auch netto durchsetzen können. rp
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