Preisrunde: 14-tägliche Programmies nutzen Reichweitenzuwachs

Montag, 01. September 2003

Bei der aktuellen Preisrunde mit den neuen Anzeigenpreisen für 2004 halten sich die Verlage mit Tariferuptionen zurück. Die meisten Preise orientieren sich an der Inflationsrate. Nur die Titel, die bei der letzten Reichweitenausweisung der Arbeitsgemeinschaft Mediaanalyse (AG.MA) auf Zuwächse verweisen können sowie einige Newcomer, die ihre Einführungspreise nun der Realität anpassen müssen, sorgen für etwas Bewegung.

Vor allem die 14-täglichen Programmies wagen sich in die Offensive: Der MA-Primus "TV 14" aus dem Heinrich-Bauer-Verlag erhöht die Preise für die ganzseitige Farbanzeige um 2500 Euro auf 27.500 Euro. Auch die Verlagsschwester "TV Movie" geht um 1476 Euro auf 50.676 Euro je Farbanzeigenseite nach oben. "TV Today" aus dem Verlag Gruner + Jahr bleibt unverändert bei 18.700. Einen Preisnachlass bei den Wochenprogrammies gewähren "Gong plus Bild + Funk", die für die 4c-Anzeigen künftig 900 Euro weniger verlangen - die Münchner hatten bei der letzten MA einen Reichweitenverlust von 250.000 Lesern.

Bei den aktuellen Zeitschriften genehmigt sich diesmal auch "Gala" einen kräftigen Schluck aus der Tarifpulle: Hier steigen die Anzeigenpreise (4c) jeweils um 1300 Euro. Zurückhaltender verfährt Burda-Konkurrent "Bunte" mit einem Plus von 600 Euro. Der "Spiegel" setzt den Anzeigenpreis ab 2004 um 1000 Euro herauf, "Focus" und "Stern" verfahren mit plus 500 Euro etwas moderater.

Nach ihrer Kioskschlacht gehen die beiden wöchentlichen Frauenzeitschriften "Frau im Trend" (Burda) und "Frau von Heute" (Axel Springer) auch beim Anzeigenpreis in die Offensive: "Frau im Trend" berechnet ihren Kunden künftig 3000 Euro je Farbanzeigenseite mehr, "Frau von heute" sogar 3600 Euro - dennoch liegt das Springer-Heft mit 13.500 Euro rund 500 Euro unter der Burda-Preisliste. Bei den 14-täglichen Frauenzeitschriften schlägt Condé Nasts "Glamour" rund 1850 Euro auf, ebenso "Woman" von Gruner + Jahr, das um 20 Prozent auf jetzt 16.800 Euro erhöht.

Vorsichtiger verfährt die gebeutelte Wirtschaftspresse: Einen kräftigen Nachlass von 18,6 Prozent gegenüber der aktuellen Preisliste gewährt "Börse Online" von Gruner + Jahr, auch der Sonntagstitel "Euro am Sonntag" wird mit einem Rückgang von 1224 Euro je 4c-Seite deutlich günstiger. nr
Meist gelesen
stats