Positive Stimmung: Digitalagenturen erwarten deutliches Umsatzplus

Donnerstag, 08. November 2012
Marco Zingler, Vorsitzender der Fachgruppe Agenturen im BVDW
Marco Zingler, Vorsitzender der Fachgruppe Agenturen im BVDW

Das Gros der deutschen Fullservice-Internetagenturen ist sich einig: 70 Prozent der Dienstleister rechnen damit, das Gesamtjahr 2012 mit deutlich höheren Honorarumsätzen als im Vorjahr abschließen zu können. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) unter den 212 gelisteten Unternehmen des im Frühjahr veröffentlichten Internetagentur-Rankings. Wie hoch das Honorarumsatzplus ausfallen könnte, beantworten die Umfrageergebnisse allerdings nicht. 17 Prozent prognostizieren einen Umsatz auf gleichem Niveau, mit einem Minus rechnen nur zwei Prozent. Marco Zingler, Vorsitzender der Fachgruppe Agenturen im BVDW und Chef der Agentur Denkwerk, sieht in Zukunft aufgrund der wachsenden Komplexität der digitalen Welt insbesondere integriert arbeitende Dienstleister begünstigt: "Die Kunden fordern kreative und attraktive Lösungen in der Umsetzung, insbesondere im Bereich Mobile Apps. Auch wird Social Media künftig zu den wichtigsten Bestandteilen von ganzheitlichen Strategien zählen."

Statements zum Agenturmarkt (Quelle: BVDW)
Statements zum Agenturmarkt (Quelle: BVDW)
Umsatztreiber sind laut den Befragten insbesondere der Handel und die Versandbranche. 51 Prozent der Agenturen erwirtschaften hier ihre Honorarumsätze. Es folgen Medien (44 Prozent) und die Finanzbranche (40 Prozent).

Die positive Stimmung ist ein positives Zeichen für den Arbeitsmarkt: Drei Viertel der Internetagenturen prognostizieren einen Zuwachs bei festangestellten Mitarbeitern bis Jahresende. 16 Prozent dagegen gehen von einem gleichen Niveau aus. Allerdings geben auch rund 80 Prozent der Teilnehmer an, weiterhin Schwierigkeiten beim Finden von geeignetem Personal zu haben.

Honorarumsatz nach Anwendungsfeld (Quelle: BVDW)
Honorarumsatz nach Anwendungsfeld (Quelle: BVDW)
Schaut man sich die Verteilung der Honorarumsätze genauer an, so ergibt sich folgendes Bild: Trotz Mobile-Boom trägt die Plattform Internet immer noch zu zwei Drittel zum Umsatz bei. Mit deutlichem Abstand folgen Mobile (13,6 Prozent) und Intranet (11,7 Prozent). Der Blick auf das Anwendungsfeld zeigt, dass der prozentuale Anteil am Umsatz am stärksten auf das Digitale Marketing (34 Prozent) entfällt. An zweiter Stelle folgt E-Commerce mit 24 Prozent (siehe Chart).

Im vergangenen Jahr erwirtschafteten die deutschen im Ranking gelisteten Agenturen 886,3 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von über 8 Prozent. Allerdings hatten sich die Zuwachsraten im Vergleich zum Vorjahr deutlich abgeschwächt. 2010 lag dieser Wert noch bei 19,9 Prozent. jm
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