Popnet Internet ist von der Pleite bedroht

Mittwoch, 26. September 2001
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Commerzbank Kreditlinie Tochtergesellschaft USA


Popnet Internet steht wohl vor dem Aus. Die Commerzbank, die über eine Tochtergesellschaft rund 14 Prozent der börsennotierten Web-Agentur hält, hat die bestehenden Kreditlinien "aus wichtigem Grund und mit sofortiger Wirkung" aufgekündigt. Die Bank hatte Popnet Ende Mai eine Finanzspritze von 17,5 Millionen Mark gegeben. Für die Rückzahlung der Forderungen lässt die Bank Popnet jetzt Zeit bis 24. Oktober. Popnet verfügt nach eigenen Angaben nur noch über 3,3 Millionen Mark an liquiden Mitteln.

Damit werde die Sanierung des Unternehmens erheblich behindert, heißt es in der Mitteilung. "Die sich abzeichnenden Umsatzrückgänge, zunehmende Liquiditätsbedürfnisse bis Jahresende und die negativen gesamtwirtschaftlichen Perspektiven erschweren die Situation für Popnet."

Kündigungsgrund sind wohl Unstimmigkeiten in Aufsichtsrat und Vorstand über die Restrukturierung des Unternehmens."Die Umsetzung der im Rahmen des Restrukturierungskonzepts vorgesehenen Maßnahmen, die zu einem Teil schon umgesetzt wurden, waren zu einem anderen Teil aber in Vorstand und Aufsichtsrat nicht immer konsensfähig", heißt es in der Pressemitteilung von Popnet.

Zudem seien Verhandlungen mit einem potenziellen Partner nach den Ereignissen in den USA unterbrochen worden. Weitere Maßnahmen und Einzelheiten werde der Vorstand in Kürze kommunizieren, heißt es weiter.

Popnet erwirtschaftete bei einem Umsatz von knapp 20 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2001 einen Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 6,8 Millionen Euro.
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