Popnet Internet beantragt Insolvenzverfahren

Donnerstag, 27. September 2001
Sieht keinen Ausweg mehr: Finanzvorstand Thomas Rabe
Sieht keinen Ausweg mehr: Finanzvorstand Thomas Rabe

Mit dem Hamburger Web-Dienstleister Popnet Internet steht ein weiteres Branchen-Schwergewicht vor dem Aus. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde aufgrund von Zahlungsunfähigkeit beim zuständigen Amtsgericht in Hamburg Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.

Grund ist der Absprung des Großinvestors Commerzbank. Dieser hatte am Montag "aus wichtigem Grund und mit sofortiger Wirkung" die im Mai 2001 eingeräumten Kreditlinien aufgekündigt. Für die Rückzahlung der Forderungen in Höhe von 17,5 Millionen Mark hatte die Bank dem Unternehmen eine Frist bis 24. Oktober gesetzt. Popnet verfügt nach eigenen Angaben nur noch über 3,3 Millionen Mark an liquiden Mitteln.

Zuvor waren nach Angaben von Popnet zudem Verhandlungen mit einem weiteren potenziellen Partner nach dem tragischen Ereignis in den USA unterbrochen worden. Nach erneuter Prüfung der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens, sich abzeichnender Umsatzrückgänge, zunehmender Liquiditätsbedürfnisse bis Jahresende und der negativen gesamtwirtschaftlichen Perspektive sei der Vorstand in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat zu dem Ergebnis gekommen, einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu stellen. Popnet erwartet nun die kurzfristige Bestellung eines vorläufigen Insolvenzverwalters, auch mit dem Ziel der Sicherung von Arbeitsplätzen und Kundenbeziehungen sowie der Erhaltung gesunder Geschäftsbereiche.

Im HORIZONT-Ranking der größten Multimedia-Dienstleister 2000 belegte Popnet mit einem Honorarumsatz von 34,8 Millionen Mark den 9. Platz. Der mittlerweile ebenfalls insolvente Wettbewerber Kabel New Media hatte mit einem Honorarumsatz von 136,5 Millionen Mark den 1. Platz errungen.
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