Polizei sperrt Streaming-Seite Kino.to / 13 Verdächtige festgenommen

Mittwoch, 08. Juni 2011
So sah die Streaming-Seite bis gestern aus
So sah die Streaming-Seite bis gestern aus


Die wahrscheinlich bekannteste deutsche Internetseite zum kostenlosen Streamen von Videos,
Kino.to, ist offline. Heute hat die Polizei die Domain beschlagnahmt und gesperrt. Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt nun gegen die Betreiber wegen Verletzung des Urheberrechtes in über einer Million Fälle. Es besteht der Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung zur gewerblichen Begehung von Urheberrechtsverletzungen. In Deutschland, Spanien, Frankreich und den Niederlanden haben Ermittler zahlreiche Wohnungen, Geschäftsräume und Rechenzentren durchsucht, um Beweise gegen die Betreiber zu finden. Allein in Deutschland haben 250 Polizisten und Steuerfahnder 20 Wohnungen, Geschäftsräume und Rechenzentren durchsucht. 13 Personen wurden festgenommen, zwölf davon in Deutschland. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte die Website, auf der widerrechtlich ins Netz gestellte Kinofilme und Serien verlinkt waren, rund vier Millionen Besucher täglich. Die Hauptbeschuldigten sollen siebenstellige Gewinne damit erzielt haben - unter anderem mit Werbebannern und kostenpflichtigen Premiumzugängen. Dies berichtet Spiegel Online.

Die Ermittlungen ins Rollen gebracht hat die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU), die im April dieses Jahres Strafantrag gestellt hatte, nach eigenen Angaben nach jahrelangen Vorermittlungen. Nach Angaben der GVU deutet bei Kino.to alles auf "ein arbeitsteiliges parasitäres Geschäftsmodell hin, welches auf Grundlage von systematischen Verletzungen von Urheber- und Leistungsschutzrechten einzig zu dem Zweck etabliert wurde, allen Beteiligten dauerhafte Einkünfte aus illegalen Profiten zu verschaffen".

Medienverbände in Deutschland, unter anderem der Verband privater Rundfunk- und Telemedien, hatten schon länger ein härteres Vorgehen gegen solche Internetseiten gefordert und einen besser Schutz der Kreativwirtschaft vor Urheberrechtsverletzungen im Internet. Anja Haufe

Statt der Homepage erscheint beim Aufruf der Seite nun ein Hinweis der Kiminalpolizei
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