Polit-Werbung: Das Special zur Bundestagswahl 2009

Donnerstag, 02. April 2009
-
-
Themenseiten zu diesem Artikel:

Bundestagswahl CDU Wahlkampf Twitter SPD FDP Reiner Strutz


Am 27. September ist es soweit: die Bundestagswahl steht an. Rund 62 Millionen Bürger werden zu den Urnen gebeten. Ein halbes Jahr vor dem Stichtag haben Parteien und Politiker ihre Präsenz im Internet deutlich verstärkt. Microsites, Blogs, YouTube, soziale Netzwerke oder Twitter - im Superwahljahr 2009 werden sämtliche Instrumente eingesetzt. Im großen HORIZONT.NET-Special erfahren Sie alles über die Online-Aktivitäten der Parteien.

Die Internetstrategien der einzelnen Parteien

Die CDU mobilisiert ihre Wähler über das Social Network "Team Deutschlands", die SPD setzt auf ihre Community "Meine SPD", die FDP nennt ihr Online-Gemeinschaft "Mit-mach-Arena". Welche Strategien sie noch verfolgen, und welche Aktivitäten bei den Grünen und den Linken auf der Internet-Agenda stehen, lesen Sie hier.

Meinungen von Wahlkampf-Experten

Was sagen Wahlkampf-Experten von Parteien und Agenturen zum aktuellen Online-Wahlkampf? Lesen Sie hier die Zitate von Markus Beckedahl (Newthinking Communications), Frank Stauss (Butter), Bernd Heusiniger (Zum Goldenen Hirschen), Reiner Strutz (Trialon Marketing & Kommunikation), Robert Kirsch (Weber Shandwick), Klaus Schüler (CDU) und Benjamin Minack (Ressourcenmangel).

Wahl-im-Web-Monitor: Welche Partei nutzt das Internet am stärksten?

Der bis zur Bundestagswahl 14-tägig erscheinende Wahl-im-Web-Monitor erhebt Trends und Prognosen zum Erfolg der Parteien in der Web 2.0-Community. Welche Partei derzeit am aktivsten ist, erfahren Sie hier. brö/jm



Das Thema Wahlkampf im Web finden Sie auch in der HORIZONT-Printausgabe 14/2009, die am Donnerstag, 2. April erscheint.

Die Internetstrategien der Parteien: CDU

CDU-Plattform Team2009
CDU-Plattform Team2009
Die zentrale Website CDU.de hat sich nach Parteiangaben „im Sinne des Online Campaigning vom Informations- zum Mobilisierungsportal gewandelt“. Die Mobilisierungsstrategie der CDU fußt dabei auf zwei Säulen: Einen wesentlichen Beitrag im Online-Wahlkampf soll die Mobilisierung in den Social Networks leisten. Auf der Plattform Team2009.de stellen die Unterstützer der Community „Team Deutschlands“ eigene Profile und Bilder ein, gründen Gruppen, vernetzen sich untereinander und sind auf Web-2.0-Plattformen wie Facebook, Twitter, StudiVz und Xing aktiv. „In der Konzentration der Kommunikation von Wähler zu Wähler lag auch der Schüssel in der Obama-Online-Kampagne“, erklärt Bundesgeschäftsführer Klaus Schüler. „So können wir gerade junge Menschen für den Wahlkampf begeistern, die wir über die traditionellen Wege eines Wahlkampfes nicht erreichen.“

Weiterführende Links

Team Deutschland
www.team2009.de

CDU TV

www.youtube.com/cdutv


Team Deutschland bei Twitter

twitter.com/teamdeutschland


Zweite Säule ist das Internet-Fernsehen CDU TV, das auf Youtube und Myvideo zu finden ist. CDU TV soll kein klassisches Internetfernsehen wie bei anderen Parteien sein. „CDU TV ist ein Blick hinter die Kulissen, bindet die Basis ein und verstärkt unsere Botschaften auf emotionale und ansprechende Weise. Dabei wird bewusst auf lange Reden, wie es oft bei anderen Parteien geschieht, verzichtet“, sagt Schüler. Zudem bietet der Kanal Untertiteln für Hörgeschädigte an. Für die schnelle Umsetzung von CDU TV hat die Partei ein eigenes TV-Team in der Bundesgeschäftsstelle gegründet.

Die Internetstrategien der Parteien: SPD

Die Internetstrategien der Parteien: SPD

SPD-Community "Meine SPD"
SPD-Community "Meine SPD"
Als ersten Schritt hat die SPD die Entwicklung des Wahlkampf-Logos für den Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier in die Hände der Kreativszene gelegt. Nicht hoch bezahlte Art Directoren und Berater sollen entscheiden, wie der Kandidat in Szene gesetzt wird, sondern eine geschlossene Online-Community aus Designern und Kreativen.

Weiterführende Links

SPD-Community

www.meinespd.net


Website von Frank-Walter Steinmeier

www.frank-walter-steinmeier.de


Der SPD-Parteivorstand bei Twitter

twitter.com/spdde


Das SPD-Hauptquartier bei Twitter

twitter.com/spd_de


SPD bei Youtube

www.youtube.com/spdvision


SPD bei Flickr

www.flickr.com/photos/spdde


Umgesetzt wird der Wettbewerb von der Berliner Agentur Jovoto. Zudem ist Steinmeier auf sozialen Netzwerken wie Facebook oder auf Diensten wie Twitter.com, Flickr und Youtube präsent.

Dass das Internet das Herzstück der Kampagne werden soll, "bedeutet nicht, dass Plakate, Veranstaltungen und Aktionen obsolet werden", sagt Wahlkampfchef Hajo Karl Josef Wasserhövel, der einen eigenen Twitter-Feed (Tweet) betreibt. Aber mit dem Internet stehe ein Medium zur Verfügung, mit dem man all das auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene unterfüttern und organisieren könne, sagt der Politiker. Zudem hält er es für wichtig, die Internetaktivitäten im Wahlkampf in den lokalen Strukturen zu verankern.

Die Internetstrategien der Parteien: FDP

Die Internetstrategien der Parteien: FDP

FDP-Community "Mit-Mach-Arena"
FDP-Community "Mit-Mach-Arena"
Die FDP setzt im Bundestagswahlkampf verstärkt auf Dialogmarketing. „Dialog gewinnt", sagt Bundesgeschäftsführer Hans-Jürgen Beerfeltz. Grund ist unter anderem das nach eigenen Angaben „schmale Wahlbudget". Die FDP macht aus der Not eine Tugend: „Zeitungsanzeigen können wir uns sowieso nicht leisten, deshalb wenden wir uns mit Briefen, mit E-Mails, mit SMS direkt an die Menschen. Das verstärkt unsere Authentizität und zugleich untertunneln wir damit die Medien und werden unabhängiger von der Deutungshoheit der Journalisten", sagt Beerfeltz.

Weiterführende Links

Die Mitmach-Arena der FDP

mitmachen.fdp.de/webcom/show_mitmacharena.php


Die FDP-Fraktion bei Twitter
twitter.com/FDP_Fraktion


FDP-Bundesgeschäftsführer Hajo Beerfeltz bei Twitter

twitter.com/Beerfeltz_FDP


Guido Westerwelle bei Twitter

twitter.com/G_Westerwelle (seit September 2008 keine Nachricht)


TV liberal

www.youtube.com/fdp


Zentrales Instrument für die Aufmerksamkeit bleibt dennoch das Plakat. Die Liberalen investieren deutschlandweit in insgesamt 1.200 gesondert aufgestellte Großflächen. Diese sollen auch als Dialog-Werkzeug fungieren. So besteht beispielsweise die Möglichkeit, Teile der Plakate abzufotografieren und per SMS an eine Kurzwahl zu schicken. Anschließend erhält der Nutzer einen Link zu einem Film. Zentraler Dreh- und Angelpunkt der Online-Kommunikation ist die Community „Mit-Mach-Arena". Über das Portal laufen sämtliche internen und externen Informationen. Parteimitglieder und Sympathisanten können dort selbst Ihre Start-Seite gestalten und die einzelnen Informationsblöcke nach Belieben verschieben. Außerdem gibt es einen SMS-Service.

Die Internetstrategien der Parteien: Bündnis 90/Die Grünen

Die Internetstrategien der Parteien: Bündnis 90/Die Grünen

Kampagnenplattform von Bündnis 90/Die Grünen
Kampagnenplattform von Bündnis 90/Die Grünen
Neben der Kampagnenplattform Gruene.de und dem dort integrierten Partizipationsagebot "Meine Kampagne" steht der Auftritt von Bündnis90/Die Grünen in vielen Social Networks und Diensten. Dazu gehören neben StudiVZ, Facebook und Wer-kennt-wen.de auch Abgeordnetenwatch.de und Twitter. Bei Twitter sind die Grünen die stärkste Kraft unter den Parteien (Wahl-im-Web-Monitor März 2009).

Weiterführende Links

„Meine Kampagne"
www.gruene.de/meine-kampagne


Die Grünen bei Twitter
twitter.com/Die_Gruenen


Volker Beck bei Twitter

twitter.com/Volker_Beck


„Grüne Inhalte unterhaltsam, glaubwürdig, bunt aufbereitet - in  journalistischen Formaten wie Reportagen oder Interviews dargestellt, angereichert um multimediale Formate: Videos, Audio-Slideshows, Infografiken oder Bildergalerien - so präsentiert sich das Kampagnenportal von Bündnis 90/Die Grünen für das Wahljahr 2009", erklärt Benjamin Minack, Geschäftsführer der zuständigen Online-Agentur Ressourcenmangel in Berlin. Und: „Die Grünen verfügen über eine außergewöhnlich starke Basis im Netz. Diesen Vorteil wollen wir mit einem partizipatorischen Online-Campaigning-Ansatz nutzbar machen", so Minack weiter. Die Partei stellt alle Positionen konsequent zum Dialog, zum Beisiel über die offene Kommentarfunktion unter jedem einzelnen Beitrag. Auch die Debatte über das Bundestagswahlprogramm wird auf Gruene.de. geführt. Darüber hinaus stehen alle Tools des Online-Marketings zum Einsatz bereit.

Die Internetstrategien der Parteien: Die Linke

Die Internetstrategien der Parteien: Die Linke

Die Linke twittert
Die Linke twittert
Die Kampagne zu den Kommunal-, Europa-, Landtags- und Bundestagswahlen 2009 wird von der Partei Die Linke mit einem weitgehend einheitlichen visuellen Auftritt realisiert. Die Werbemittel für die Europawahlen werden derzeit produziert. Zum Einsatz kommen alle klassischen Werbemittel, unter anderem Großflächen, Plakate, Wahlzeitung, Folder sowie Spots in den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten und spezielle Mittel im Internet. Der Wahlkampf der Linken soll auf einen Aktivierungswahlkampf ausgerichtet werden, in den neben den Mitgliedern der Partei vor allem Sympathisanten aktiv einbezogen werden.

Weiterführende Links zur Linken

Zentrale Website

die-linke.de


Die Linke Magdeburg bei Twitter

twitter.com/dielinkemd


„Das Netz ist, wie die Straße ein öffentlicher und weitgehend demokratischer Raum. Diese Räume bilden den Schwerpunkt unserer Kommunikation", erklärt Reiner Strutz, Geschäftsführer der zuständigen Online-Agentur Trialon Marketing & Kommunikation. Das Web 2.0 biete die Möglichkeit „einer von Mitgliedern und Unterstützern getragenen Kommunikation im Internet". „Wir nutzen diese Chancen mit einer eigenen Online-Community, einem Team linker Blogger sowie Kanälen auf allen großen Communities", erklärt Strutz. Der Anteil audio-visueller Inhalte soll deutlich zunehmen. Das Angebot „Linke CMS", der Web-Baukasten für Landes-und Kreisverbände, soll weiter entwickelt werden. Bei der Konzeption der klassischen Websites setzen die Linken nach eigenen Angaben „stärker auf Inhalte als auf Unterhaltung". Sämtlicher Content zu den Wahlkämpfen wird auf der Website der Bundespartei abgebildet.

Meist gelesen
stats