Pleitegeier greift nach Content-Brokern: Tanto in der Krise

Montag, 14. Mai 2001

Nach den Dotcoms erreicht die Internetkrise nun auch die junge Zunft der Content-Broker: Der Münchner Inhaltehändler Tanto ist pleite. "Trotz positiver Geschäftsentwicklung ist es uns in den letzten Monaten nicht gelungen einen Investor zu finden", so der Vorstand in einem Schreiben an Geschäftspartner. Tanto habe daher beim Amtsgericht München Insolvenz beantragt. Dem vierköpfigen Gründerteam von Tanto bleibt noch ein Hoffnungsschimmer: Derzeit laufen Verhandlungen mit einem potenziellen Käufer. "Eine Sanierung scheint möglich", so der Vorstand weiter. Tanto war im Dezember 1999 als einer der ersten deutschen Content-Broker von Tanja Wallrabenstein, Thomas Rosenstiel, Kai von Schilling und Tobias Schnappiger gegründet worden. Einen etwas bitteren Beigeschmack hat ein Angebot des Mediendienstes Teleschau. Das Münchner Unternehmen bitet Tanto-Kunden an, die bislang über Tanto bezogenen Entertainment-Inhalte direkt bei Teleschau zu ordern. "Die duale Ausrichtung der Teleschau, Print- wie Online-Kunden mit Entertainment-Inhalten zu versorgen, hat sich bezahlt gemacht. Denn auf einem (Internet)-Bein steht es sich eben doch nicht so gut", kommentiert Alexander Büttner, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb bei Teleschau, das Geschehen.

Außer Tanto sind noch andere Unternehmen im Content-Geschäft in einer schweren Krise.

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