Plagiatsvorwürfe: StudiVZ und Facebook einigen sich gütlich

Donnerstag, 10. September 2009
StudiVZ beendet Streit mit Facebook
StudiVZ beendet Streit mit Facebook

Die sozialen Netzwerke Facebook und StudiVZ haben ihren Rechtsstreit beigelegt. Die Betreiber der Angebote, Holtzbrinck in Stuttgart (StudiVZ) und Facebook im kalifornischen Palo Alto, haben sich darauf geeinigt, ihre Forderungen in den USA beziehungsweise in Deutschland zurückzuziehen. Teil der Vereinbarung ist es, dass beide Unternehmen ihre Netzwerke unverändert weiter betreiben dürfen. Facebook erhält im Zuge der Einigung eine Zahlung. Zur Höhe des Betrags wurde Stillschweigen vereinbart. HORIZONT.NET erfuhr jedoch aus gut unterrichteten Online-Kreisen, dass Holtzbrinck lediglich einen symbolischen Beitrag zu den Anwaltskosten beisteuert. Dieser soll den Kreisen zufolge bei deutlich unter 5 Millionen Euro liegen.

Dass Facebook klein beigibt und auf seine ursprünglichen Forderungen verzichtet, war bereits seit einigen Wochen absehbar. Das von Mark Zuckerberg gegründete Unternehmen war mit seiner Klage gegen StudiVZ bereits Mitte Juni vor dem Landgericht Köln gescheitert. Die Richter konnten damals “trotz nicht zu übersehender Übereinstimmungen und Ähnlichkeiten der beiden Internetseiten” keine unlautere Nachahmung erkennen. Facebook hatte StudiVZ unter anderem vorgeworfen, Quellcode und grundsätzliches Design kopiert zu haben.

Facebook hatte weltweit zuletzt nach eigenen Angaben rund 250 Millionen Nutzer. Nach Erhebungen des Marktforschungsunternehmens Nielsen legte das Netzwerk auch in Deutschland deutlich zu und zählt inzwischen 6,3 Millionen Nutzer. StudiVZ kommt danach mit SchülerVZ und MeinVZ zusammen auf 8,5 Millionen Nutzer. mas
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