Pixelpark will in Deutschland offenbar 80 Prozent seiner Mitarbeiter entlassen

Montag, 18. November 2002

Dem angeschlagenen Internetdienstleister Pixelpark steht offenbar eine Radikalkur bevor. Wie die Deutsche Presseagentur meldet, sollen von den derzeit noch 250 Mitarbeitern in Deutschland mehr als 200 entlassen werden. Dagegen sollen die Standorte in Österreich und in der Schweiz vom Stellenbau offenbar ausgenommen bleiben. Die Berliner Zentrale des Unternehmens, das im vergangenen Jahr 86 Millionen Euro Verlust gemacht hat, soll komplett dichtgemacht und nach Köln verlegt werden. Eine Insolvenz steht aber nach Angaben einer Pixelpark-Sprecherin nicht bevor.

Seit mehreren Wochen schon versucht der Mehrheitseigner Bertelsmann einen Käufer für das defizitäre Internetunternehmen zu finden, doch bislang ohne Erfolg. Abgewunken haben bereits die Unternehmensberatungen Cap Gemini Ernst & Young und Droege. Zuvor war bereits die Übernahme durch die Newmedia-Agentur Xtend gescheitert. Weltweit hat Pixelpark derzeit noch etwa 450 Beschäftigte. In Deutschland gibt es Niederlassungen in Berlin, Hamburg und Köln.

Branchengerüchten zufolge benötigt Pixelpark eine weitere Finanzspritze von mehr als zehn Millionen Euro, um den Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten zu können. Dazu ist Bertelsmann offenbar aber nicht mehr bereit. Der Medienriese, der sich in den vergangenen Monaten ohnehin unter dem neuen Vorstandschef Gunter Thielen vom Internet abgewendet hat, hatte erst Ende Juni einen Forderungsverzicht auf ein an Pixelpark vergebenes Darlehen von 40 Millionen Euro ausgesprochen.
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